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Bauarbeiter errichten einen Rohbau: Die Bauindustrie stützt in hohem Maß den Konjunkturaufschwung | © Getty Images

Konjunkturdaten aus dem Euroraum Mit „angepasster Dynamik“ ins zweite Quartal

Die Industrieproduktion im Euroraum legt um 0,5 Prozent zu. Das Euroraum-BIP steigt um 0,4 Prozent zum Vorquartal. Das Wirtschaftswachstum in Deutschland hingegen liegt am Schluss der Zahlenreihe: Das Plus liegt bei 0,3 Prozent.

15.05.2018 - 15:35 Uhr | Von:  in Märkte

Die Industrie im Euroraum hat ihre Produktion im März leicht ausgeweitet. Die Produktion legte zum Vormonat (ohne Bauwirtschaft) saisonbereinigt um 0,5 Prozent zu. Ökonomen hatten allerdings einen Anstieg um 0,7 Prozent erwartet. Im Vorjahresvergleich lag die Industrieproduktion um 3,0 Prozent höher (erwartet: + 3,8 Prozent).

Lustlos zeigt sich hingegen das Wirtschaftswachstum im Euroraum: Das Bruttoinlandsprodukts (BIP) erhöhte sich im ersten Quartal 2018 gegenüber dem Vorquartal nur um 0,4 Prozent, meldet Eurostat in zweiter Veröffentlichung. Das Ergebnis der ersten Veröffentlichung wurde damit wie von Volkswirten erwartet bestätigt. Zum Vergleich: Im vierten Quartal 2017 war das BIP in der Eurozone noch um 0,7 Prozent gestiegen.

Wo meldet Eurostat die höchsten Wachstumsraten? Zum Vorquartal übernahmen Lettland (+ 1,7 Prozent), Finnland (+ 1,1 Prozent) und die Slowakei (+ 0,9 Prozent) die Spitze. Die niedrigsten Wachstumsraten wurden hingegen in Deutschland, Frankreich und Italien mit je 0,3 Prozent gemessen.

Deutschlands BIP zeigt wenig Dynamik

Das Wirtschaftswachstum in Deutschland hat sich Anfang 2018 abgeschwächt. Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamts (Destatis) stieg das BIP im ersten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 0,3 Prozent, nachdem es im vierten Quartal 2017 um 0,6 Prozent zugelegt hatte. Volkswirte hatten diesen Zuwachs prognostiziert.  

Gestützt wurde das Wachstum insbesondere von den Bau- und Ausrüstungsinvestitionen, die deutlich zulegten. Die privaten Haushalte erhöhten ihre Konsumausgaben leicht. Im Gegenzug lagen die Konsumausgaben des Staates jedoch erstmals seit fast fünf Jahren unter ihrem Vorjahreswert und drückten auf das Wirtschaftswachstum. Auch die außenwirtschaftliche Entwicklung verlor im ersten Quartal an Dynamik, weil sowohl die Exporte als auch die Importe im Vergleich rückläufig waren.

Bundesregierung sieht keinen Grund zur Beunruhigung

Die Bundesregierung zeigt sich angesichts der Konjunkturabschwächung optimistisch. „Der Aufschwung bleibt intakt“, unterstrich das Wirtschaftsministerium in seinem jüngsten Monatsbericht. Er habe sich im ersten Quartal fortgesetzt. „Die Konjunktur schwächte sich zwar etwas ab, hierbei waren aber auch Sondereffekte maßgeblich.“

Gestützt werde Deutschlands Konjunktur weiterhin von der Weltwirtschaft, die grundsätzlich in guter Verfassung sei, so die Bundesregierung. Insbesondere der Blick auf die hohe Nachfrage nach Arbeitskräften zeige, dass Deutschlands Wirtschaft weiterhin auf Wachstum ausgerichtet bleibe. In den Worten des Bundeswirtschaftsministeriums: „Die einschlägigen Geschäftsklimaindikatoren sind zwar nicht mehr ganz so positiv wie zum Jahreswechsel, ihr überdurchschnittliches Niveau spricht aber deutlich für die Fortsetzung des Aufschwungs, wenn vielleicht auch mit etwas angepasster Dynamik.“