Sie besuchen Multiasset.com mit einem veralteten Internet Explorer. Darstellung und Nutzungserlebnis sind deshalb nicht optimal.
Aktuelle Version kostenlos herunterladen »

Experten

Swisscanto Invest
2014 knackte der DAX erstmalig die 10.000 Punkte-Marke: Swisscanto Invest setzt bei Aktien auf Schwellenländer und die Eurozone | © Getty Images

Makroökonomischer Ausblick Europa-Aktien bieten das größte Potenzial

Nach den zahlreichen politischen Unsicherheiten in der ersten Jahreshälfte kehren die Märkte zur Tagesordnung zurück. Spannend bleibt, ob die Europäische Zentralbank weiter an der expansiven Geldpolitik festhält.

10.07.2017 - 15:35 Uhr | Von: 

Die Weltwirtschaft präsentiert sich weiterhin in guter Verfassung, auch wenn die Erwartungen kürzlich etwas an Enthusiasmus eingebüßt haben. Der globale Konjunkturmotor läuft aber weiterhin rund – nur mit einer etwas niedrigeren Drehzahl.

Europa befindet sich nach wie vor in solider Verfassung. Die Konjunktur der Währungsgemeinschaft verspürt Rückenwind, der zumindest über den Sommer hinweg anhalten sollte. Auch in den USA signalisieren die Daten ein robustes Wachstum.

Die Rhetorik der Zentralbanken hat sich insbesondere in Europa geändert. Auch wenn die Inflationsraten derzeit wieder niedriger ausfallen als noch zu Beginn des Jahres, wird immer öfter die geldpolitische Wende thematisiert.

Niedrige Inflation stärkt Aktienmärkte

Bei den geldpolitischen Entscheidungen der Zentralbanken blieben größere Überraschungen aus. Kürzlich betonte die Europäische Zentralbank (EZB), dass die Risiken für das Wachstum nun ausgeglichen seien und weitere Zinssenkungen nicht mehr auf der Agenda stünden. Klare Aussagen, wann mit dem „Tapering“ (der Rückführung expansiver geldpolitischer Maßnahmen) begonnen werden soll, machte Notenbankpräsident Draghi allerdings nicht. Setzt sich die konjunkturelle Entwicklung planmäßig fort, dürfte die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) in diesem Jahr eine weitere Zinserhöhung vornehmen und bis Juli nächsten Jahres nochmals zwei Zinsschritte folgen lassen.

Für einige Aufregung sorgten kürzlich jedoch die Präsidenten von EZB und Bank of England (BoE), die im Rahmen einer Konferenz die geldpolitische Wende thematisierten. Insbesondere bei der BoE ist dies beachtenswert, weil dort der jüngste Entscheid, den Leitzins nicht zu erhöhen, äußerst knapp ausfiel. Wir gehen allerdings davon aus, dass sich die anstehenden Brexit-Verhandlungen negativ auf die Wirtschaftsentwicklung in Großbritannien auswirken und die BoE daher vorerst keine Zinsänderung vornimmt.

Das globale Wirtschaftswachstum und die niedrigen Inflationsraten sollten den Aktienmärkten weiter Auftrieb geben. Die Signale der Notenbanken, dass eine ultraexpansive Geldpolitik kaum mehr nötig ist, lässt die Schwankungsbreite der Kurse allerdings wieder ansteigen.