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Event einer US-Kosmetikmarke in Los Angeles: Die US-Unternehmensgewinne sind stark, schwächen sich jedoch ab. | © Getty Images

MFS Investment Management zur aktuellen Marktlage Hoffnung ist keine Anlagethese

Die Marktperformance hat sich seit Ende 2018 zum Positiven verändert, die Fakten zeigen ein anderes Bild, erläutert Robert M. Almeida, MFS Global Investment Strategist.

25.03.2019 - 09:27 Uhr | Von:  in Aktien

Die Sorgen der Anleger im letzten Quartal des Jahres 2018 haben sich aufgrund der Neubewertung der Risiken über alle globalen Aktien- und Anleihenmärkte in den ersten beiden Monaten des Jahres 2019 anscheinend verflüchtigt. Dies wirft die Frage auf: Waren die Anleger damals zu pessimistisch, oder sind sie heute zu optimistisch?

Die Antwort lautet meiner Meinung nach in beiden Fällen ja. Die richtige Antwort ist, dass der Markt unter Aktualitätsverzerrungen leidet – der Tendenz, sich an jüngste Ereignisse besser zu erinnern als an solche, die schon weiter zurückliegen – und dazu neigt, sich von unwesentlichen Informationen verwirren zu lassen. Haben sich die Fakten seit dem letzten Quartal so stark verändert, dass sie eine solche Volatilität verursachen? Schauen wir uns dies einmal genauer an.

Vereinfacht gesagt, gab es drei Quellen der Hoffnung, an denen sich die Anleger in den ersten Monaten des Jahres 2019 anscheinend festhielten: eine Veränderung der Rhetorik der Zentralbanken, insbesondere der US-Notenbank, hin zu einer weniger restriktiven Haltung; Hoffnungen auf eine Lösung des Handelskrieges zwischen den USA und China; und ein Ende des längsten Verwaltungsstillstands in der Geschichte der USA.

Diese Arten von makroökonomischen Ereignissen sind schwierig, wenn nicht gar unmöglich vorherzusagen. Sollten sie angesichts dieser Tatsache in einer Anlagethese berücksichtigt werden? Langfristig treiben unternehmens- und branchenspezifische Fundamentaldaten die Cashflows in die Höhe, sodass die Frage vielleicht eher lauten sollte: Sind makroökonomische Informationen nur Rauschen, wenn es um Anlagepreise geht?

Hier sind einige Dinge, die ich für wesentlich halte: Wird ein potenzielles Anlageziel in den nächsten fünf Jahren wahrscheinlich Marktanteile gewinnen oder verlieren? War es in der Vergangenheit ein Preissetzer oder ein Preisnehmer? Unter welchen Umständen? Wichtiger noch, wird die Geschäftsleitung in der Lage sein, die Preise anzuheben, weil das Unternehmen etwas Einzigartiges zu bieten hat, für das in den nächsten fünf bis zehn Jahren Nachfrage besteht? Welche Risiken bestehen, dass sich das Wertversprechen des Unternehmens zur Massenware entwickelt? In welchem Verhältnis stehen die heutigen Betriebskosten des Unternehmens zu den möglichen Kosten in fünf Jahren? Wichtiger noch, wie beeinflusst all dies seine Margenstruktur im Vergleich zu dem, was der Markt bereits eingepreist hat?

Was hat sich verändert?

Haben sich also die Fakten – oder das, was für die Anlagepreise wesentlich ist – verändert?

  1. Die Unternehmensgewinne sind stark, insbesondere in den USA. Sie schwächen sich jedoch ab.
  1. Die Bewertungen sind allerdings nicht unangemessen. „Fair“ ist eine Beschreibung, die im vergangenen Jahr vielfach verwendet wurde und es immer noch wird. Fair basiert jedoch auf den Gewinnen der vorangegangenen zwölf Monate. Sind diese Bewertungen immer noch fair, wenn die Gewinne nachgeben?