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Bohrinsel im Kaspischen Meer: Niedrige Ölpreise stabilisieren das Wirtschaftswachstum | © Getty Images

Multi-Asset-Ausblick von Schroders „Die Wirtschaft erholt sich – aber erst 2020“

Der Ausblick für die Weltwirtschaft ist trüb – doch es gibt keinen Grund für Harakiri, finden die Volkswirte von Schroders. Denn: Eine mögliche Entspannung im Handelskonflikt, weiterhin lockere Geldpolitiken und niedrige Ölpreise stützen die Konjunktur.

12.04.2019 - 10:21 Uhr | in Artikel

Die Konjunktur kühlt sich ab. Auch die Experten des britischen Vermögensverwalters Schroders haben ihre globalen Wachstumsaussichten für das Jahr 2019 nach unten revidiert – und das zum wiederholten Mal. Panik ist jedoch verfrüht: „Wir gehen davon aus, dass die US- und die Weltwirtschaft einer ausgewachsenen Rezession entgehen werden“, schreiben sie in der März-Ausgabe ihrer monatlichen Einschätzung. Denn: Nicht nur Vertrauen und Ausgaben der Verbraucher seien solide; auch die Belastung der Unternehmen hielte sich in Grenzen.

„Im späteren Jahresverlauf dürften zudem die Fortschritte bei der Lösung der Handelsspannungen zwischen den USA und China, flexiblere Notenbankpolitiken und sinkende Ölpreise dazu führen, dass sich das Wirtschaftswachstum stabilisiert“, so die Experten. „Deswegen haben wir unsere globale Wachstumsprognose für 2020 angehoben.“

Verbesserte Aussichten gibt es auch für die Schwellenländer. Dort werde die Inflation sinken, glaubt Schroders – dank günstigerer Aussichten für Öl und einer verbesserten inländischen Dynamik.

Europas Zinsen weiterhin unten

Auch für Europa haben die Volkswirte von Schroders ihren Ausblick nach unten korrigiert: „Schwache Auslandsnachfrage und zeitweilige Schocks für das Inlandsangebot haben zu einer Verlangsamung des europäischen Wachstums und enttäuschten Anlegern geführt“, so die Experten. Zwar zeichne sich eine Erholung ab; diese werde jedoch erst ab 2020 eintreten. Aus diesem Grund werden auch die Zinsen weiterhin niedrig bleiben – mit geldpolitischen Schritten seitens der Europäischen Zentralbank (EZB) rechnet Schroders erst nach Ende 2019.

Auch im Vereinten Königreich verzögern sich die Zinsschritte, hier ist es jedoch der Brexit, der die Konjunktur überschattet. „Unternehmen klagen über negative Auswirkungen der verzögerten Ratifizierung für ihre Geschäfte“, berichten die Schroders-Volkswirte. Das sei der Grund, wieso die Prognose für das britische Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das Jahr 2019 gesenkt wurde. Um der Wirtschaft nach dem Brexit mehr Zeit für eine Erholung einzuräumen, habe die Bank of England ihre nächste Zinserhöhung um drei Monate verschoben.

Japan erhöht die Mehrwertsteuer

Enttäuschendes Wachstum prägte auch Japans Wirtschaft in 2018 – und veranlasste die Schroders-Volkswirte, ihre Wachstumsprognose für 2019 von 1 Prozent im Vorjahresvergleich auf 0,7 Prozent zu senken. Auch die japanische Notenbank reagierte auf die schlechteren globalen Rahmenbedingungen und nahm eine expansivere Haltung ein, auch angesichts der Erhöhung der Mehrwertsteuer, die für Oktober dieses Jahres geplant ist.

Das Jahr 2020 dürfte dagegen wieder erfreuen: „Höhere Infrastrukturausgaben und ein günstigeres externes Umfeld könnten die Konjunktur Japans in Gang bringen“, sagen die Schroders-Experten und haben ihre Wachstumserwartungen für nächstes Jahr von 0 Prozent im Vorjahresvergleich auf 0,4 Prozent erhöht.