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„Wir aktiven Fondsmanager nutzen Opportunitäten“

01.02.2019 12:57 Uhr | Von: 

Warum wurde der Multi-Asset-Fonds umbenannt?

Wir sind seit drei Jahren erfolgreich mit unserem Fonds am Markt, bis August vergangenen Jahres mit dem ursprünglichen Namen Assenagon I Multi Asset Protect. Der Fonds soll zukünftig jedoch noch stärker antizyklisch im aktuellen Marktumfeld agieren, um noch flexibler Renditechancen nutzen zu können. Wir haben deshalb unsere Strategie weiterentwickelt und den Fonds dementsprechend in Assenagon I Multi Asset Conservative umbenannt. Bis zur Umstellung des Fonds war unser Anspruch, nicht über 10 Prozent vom Höchststand über zwölf Monate zu verlieren. Dieser Wertsicherungsansatz ist zwar entfallen, das defensive Risikoprofil des Fonds bleibt davon allerdings unberührt. Wir sind jetzt freier in unseren Investitionsentscheidungen, müssen jedoch weiterhin Auflagen erfüllen. Das Portfolio-Management wird unverändert das Ziel verfolgen, die Schwankungsbreite des Fonds durch flexibles Management zu begrenzen.

Wie sieht die Performance des Fonds aus?

Romig: Da wir ein defensiver Multi-Asset-Fonds sind, lag unsere Performance im historisch herausfordernden Aktienjahr 2018 nur bei minus 5,7 Prozent. Im Jahr davor lagen wir allerdings rund 5 Prozent im Plus. Aktuell sind wir mit 1,8 Prozent im Plus. Seit der Auflage im November 2015 hat der Fonds eine Performance von -0,5 Prozent erzielt und damit die Morningstar-Anlageklasse gemischter defensiver Fonds übertroffen. Die Ratinggesellschaften beurteilen den Fonds wie folgt: Lipper mit der Höchstnote 5 für den Kapitalerhalt und Morningstar mit 3 Sternen.

Wie sehen Sie die Perspektiven für 2019?

Romig: Es ist verständlich, dass viele Anleger nach den Kursverlusten zum Jahreswechsel leicht verunsichert sind. Preisten die Märkte im vergangenen Jahr ein Inflationsszenario ein, rechnen die Marktteilnehmer jetzt mit einem sich abschwächendem Umfeld in den USA und Europa. Sollten diese Erwartungen eintreffen, sind steigende Zinsniveaus für uns nicht mehr vorstellbar.

Daher sehen wir Gold weiterhin als aktiven Bestandteil im Portfolio. Viel versprechen wir uns auch von europäischen Nachranganleihen, wir halten sie für sehr chancenreich. Zum Schlussausverkauf am Ende des vergangenen Jahres wurden viele Nachranganleihen zu Unrecht abgestraft und abgestoßen. Sobald sich viele der aktuellen Unsicherheiten am Markt auflösen, etwa der Handelskonflikt oder wenn es China schafft, seine Wirtschaft zu stimulieren, erwarten wir eine deutliche Aufhellung des Marktumfelds. Deshalb dürften sich gute Chancen in den USA, den Schwellenländern, Europa und Japan bieten – in dieser Reihenfolge.

2019 stehen zudem die Europawahlen im Fokus: Hier hoffen wir auf eine möglichst aktive Führung der EU-Administration. In diesem Fall stehen die Chancen gut, dass sich die Stimmung in Europa verbessert und der europäische Aktienmarkt wieder in Schwung kommt.

Wie stehen Sie zu Schwellenländern? Demografie und Binnenkonsum spielen Anlegern hier in die Karten.

Romig: Grundsätzlich haben sich Schwellenländer-Aktien seit September vergangenen Jahres gut entwickelt – etwa im Vergleich zum Dax oder zu Aktien aus der Eurozone. Wir sehen sowohl die Schwellenländer als auch, wie gesagt, den US-Markt prinzipiell positiv.

Viel Geld ist im Herbst 2018 nach Brasilien geflossen. Sollten sich die Handelskonflikte zwischen den USA und China lösen: Droht dann wieder viel Geld aus brasilianischen Werten abzufließen, weil sich in anderen Märkten vermeintlich sichereres Geld verdienen lässt?

Romig: Nach den Parlamentswahlen in Brasilien und der Übernahme der Regierungsgeschäfte durch den neuen Präsidenten Jair Bolsonaro sehen die Märkte die Entwicklung in Brasilien chancenreich. Die neue Regierung hat ein liberaleres Wirtschaftsprogramm und Stabilität versprochen, das gefällt Aktienmärkten in der Regel gut. Für eine positive Entwicklung des brasilianischen Markts spricht außerdem, dass sich die brasilianische Währung wieder verfestigt hat. Allerdings müssen die angekündigten Maßnahmen nun umgesetzt werden, das wird allerdings ein bisschen Geduld der Marktteilnehmer erfordern.