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„Alternative Strategien sind Teil unserer Arbeit“

08.03.2019 10:23 Uhr | Von: 

Wie positionieren Sie den Kames Global Diversified Income Fund derzeit?

Edwardson: Für unsere Ertragsstrategie müssen wir breit investieren und investiert bleiben, um Erträge für unsere Anleger zu erzielen. Derzeit liegt unser Aktienanteil bei rund 30 Prozent. Wir haben unsere Position beim Chip-Hersteller Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) etwas zurückgenommen, weil der Gesamtmarkt angesichts eines Überangebots an Chips derzeit schwächelt.  

Außerdem haben wir unser Exposure gegenüber Automotive-Aktien reduziert. Der Automobilsektor steht derzeit vor großen Herausforderungen – nicht zuletzt aufgrund der Unsicherheiten, die durch Änderungen in der Abgasgesetzgebung und aufgrund des Zollstreits entstehen können. So haben wir größere Tranchen der Renault-Aktie mit Gewinn veräußert.

Renault verkauft viel in die Schwellenländer: Wie positionieren Sie den Fond im Hinblick auf die Emerging Markets?

Edwardson: Für ein Großteil der Schwellenländer waren 2018 ein schwieriges Jahr: Zum einen vor dem Hintergrund der Zinserhöhungen durch die US-Notenbank (Fed) sowie durch einen starken US-Dollar und einen steigenden Ölpreis. Über den größten Teil des Jahres 2018 hatten wir unser Exposure in den Schwellenländern stark reduziert: Wir gehen davon aus, dass die Schwellenländer in einem Umfeld, das vom Handelskonflikt zwischen den USA und China direkt betroffen ist, schwerlich rasch wieder Fahrt aufnehmen können.

Wie halten Sie es mit alternativen Investments?

Edwardson: Alternative Strategien sind ein nicht unbedeutender Teil unserer Arbeit. Wir sind in Immobilien investiert, setzen aber auch auf Infrastrukturprojekte, zum Beispiel im Bereich erneuerbare Energien. Bei Infrastruktur liegt unser Fokus vor allem auf wirtschaftlich essenziellen Infrastrukturen wie Mautstraßen, Brücken und Flughäfen. Aber auch weniger sensible Verkehrsprojekte mit langjährigen Vertragslaufzeiten und Regierungsbeteiligung sind für uns interessant. Chancen birgt auch das Thema Logistik, vor allem Online- und Warenhauslogistik.

Kames ist nicht zuletzt auch für die Beimischung von Flugzeug-Investments bekannt…

Edwardson: … Flugzeug-Leasing macht derzeit nur 0,5 Prozent unserer Investments aus. Schon 2017 haben wir diese Position reduziert, weil wir schon vor 18 Monaten ein mögliches Aus des Airbus A380 erwarteten.Das anhaltende Wachstum in der Aviatik bietet nach wie vor attraktive Möglichkeiten; hier sind wir beispielsweise über den französischen Bau- und Konzessionskonzern Vinci, der 36 Airports weltweit betreibt, investiert.