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Autoproduktion in Mexiko: Schroders stuft das Länderrisiko als relativ gering ein und vereinnahmt hohe Renditeaufschläge bei Staatsanleihen. | © Getty Images

Multi-Asset-Strategien von Schroders „Unsere taktischen Kniffe bewegen etwas“

Multi-Asset-Anleger erwarten breite Diversifizierung und ein aktives Management, weiß Ingmar Przewlocka, Multi-Asset-Fondsmanager bei Schroders in London.

21.02.2019 - 11:00 Uhr | Von:  in Fonds

multiasset.com: Herr Przewlocka, nach dem global synchronisierten Wachstum im Jahr 2017 kam es 2018 zu zwei Drawdown-Phasen. Wie hat Schroders in diesem Umfeld reagiert? Wie haben Ihre Multi-Asset-Teams die strategische Positionierung taktisch angepasst?

Ingmar Przewlocka: 2018 war eine Blaupause für das, was uns jetzt öfters erwarten könnte: Die Volatilität dürfte zulegen. Lange Jahre waren wir in der geldpolitischen Expansionsphase, jetzt geht es in die andere Richtung: QT – Quantitative Tightening. Wir hatten deshalb im Jahr 2018 zwei einschneidende Marktbewegungen. Einmal der Drawdown im Februar und dann die extremen Kursverluste zum Winterbeginn, vor allem vor Weihnachten. Viele regelbasierte Fonds haben im Herbst und Winter des vergangenen Jahres ihr Exposure zurückgefahren, sobald bestimmte Preisschwellen unterschritten wurden. Von der Liquidität her zur unsinnigsten Zeit haben dann Umschichtungen stattgefunden, etwa von Aktienfonds in Geldmarktfonds.

Aber wie hat Ihr Haus auf die Lage reagiert?

Przewlocka: Wir sind überzeugt: Die taktische Allokation ist in Bezug auf die strategische Ausrichtung flexibler und aktiver zu gestalten. Die Notenbankpolitik des vergangenen Jahrzehnts hat dazu geführt, dass alle Assets im Preis zulegten. Jetzt antizipieren wir eine geänderte Notenbank-Politik. Mit einer rein strategischen Asset-Allokation werden Fondsmanager im neuen Umfeld keine Chance haben. Unsere Anleger erwarten den aktiven Einsatz ihres Fondsmanagements. Nicht zuletzt durch Neueinstellungen von erfahrenen Managern in volatilen Märkten tragen wir bei Schroders dieser neuen Lage Rechnung und verbreitern weiter unsere Expertise.

Wie agieren Sie in diesem Umfeld?

Przewlocka: Wir sind relativ frei. Mit der Grundallokation beispielsweise der balancierten Multi-Asset-Strategie von Schroders vergleichen wir uns mit der Kategorie „Mischfonds defensiv global“. Die Bandbreite reicht beim Aktien-Exposure von 50 Prozent bis 10 Prozent. Wir wollen ganz flexibel sein. Wir gewährleisten unseren Anteilszeichnern: Der gehaltene Multi-Asset-Fonds wird wie gewünscht gemanagt – und nicht in homöopathischen Dosen, etwa wenn andere Fondsmanager von 25 Prozent Aktien auf 22,5 Prozent runtergehen. Denn für so etwas zahlt der Kunde nicht.

Es geht damit letztlich nicht nur um die Asset Allocation zwischen den einzelnen Vermögensklassen, sondern auch um die Anpassungen innerhalb der Vermögensklassen, die wir jederzeit vornehmen können. Zum Beispiel fragen wir uns: Sind Anleihen aus den Emerging Markets aktuell attraktiver als aus den Developed Markets? Unsere Fondsmanagement-Teams nutzen zugleich sämtliche Chancen aus, die alternative Anlageklassen bieten. So hat unsere Balanced-Strategie mit dem Big-Data-Fonds der Investmentgesellschaft Two Sigma Advisers eine Lösung im Portfolio, an die andere Anbieter gar nicht herankommen. Für Schroders gilt: Wir sind sehr breit diversifiziert und agieren sehr flexibel.