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Goldig: Eine der sogenannten Wrotham-Truhen aus dem Besitz des „Sonnenkönigs“ Ludwig XIV. | © Getty Images

Nach 6000 Jahren Spekulation Wann platzt die Gold-Blase?

Immer mehr Ökonomen halten den Preis des Edelmetalls für eine reine Glaubensfrage – und zweifeln damit am wahren Wert

04.01.2016 - 15:42 Uhr | Von:  in Gold

„Gold wird aus dem Boden in Afrika oder irgendwo sonst in der Welt ausgegraben. Dann schmelzen wir es ein, graben ein anderes Loch, verstecken das Gold wieder darin und bezahlen dann Menschen, um darum herumzustehen und es zu bewachen.“

Warren Buffet zu Harvard-Studenten 1998

Das Edelmetall, präzisierte der Starinvestor in einem Investorenbrief aus dem Jahr 2011, zähle zu jenen „Kapitalanlagen, die nie irgendetwas produzieren werden, aber in der Hoffnung gekauft werden, dass irgendjemand anders – der ebenfalls weiß, dass das Asset für immer unproduktiv sein wird – in der Zukunft mehr dafür bezahlen wird“.

Zu jener Zeit entsprach der Wert des gesamten globalen Goldbestands etwa 9,6 Billionen Dollar. Dafür hätte man zum gleichen Zeitpunkt das gesamte US-Ackerland sowie 16-mal Exxon Mobil kaufen können, wie Buffett anmerkte. Nach hundert Jahren hätte das Land eine atemberaubende Menge an Mais, Weizen, Baumwolle und anderen Feldfrüchten geliefert, und Exxon Mobil hätte Billionen an Dividenden ausgeschüttet. Das Gold indessen hätte sich weder vermehrt, noch eine andere produktive Verwendung gefunden.

Möglich, dass der Preis mit der Inflation Schritt gehalten hat; ebenso gut möglich aber, dass das Edelmetall bis dahin aus der Mode gekommen ist – so wie die Tulpen, für die Spekulanten im 17. Jahrhundert Unsummen ausgaben, bis eine der größten Spekulationsblasen der Geschichte platzte.