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Experten

Schroders
Berggorillas im Dschungel. Ob Artenschutz oder weniger CO2-Emissionen: Anleger müssen unter anderem entscheiden, welche Werte und Kriterien sie bei ihren nachhaltigen Investments anwenden. | © Getty Images

Nachhaltigkeit Grün ist nicht gleich grün

Alle wollen nachhaltig – auch Investoren. Doch Nachhaltigkeit ist keine Anlagestrategie und nachhaltig bedeutet nicht für jeden dasselbe. Welche Nachhaltigkeitsansätze es bei Multi-Asset-Fonds gibt und welche Chancen und Risiken durch diese entstehen können, erläutern Lesley-Ann Morgan und Jessica Ground von Schroders im ersten Teil der Serie „Nachhaltigkeit und Multi-Asset“.

25.06.2019 - 11:02 Uhr | in Schroders

Immer mehr Anleger entscheiden sich für nachhaltiges Investieren. So zeigte die Schroders Global Investor Study im Jahr 2018, dass 64 Prozent der Anleger den Anteil nachhaltiger Kapitalanlagen in ihren Portfolios in den vergangenen fünf Jahren erhöht haben.

„Die Berücksichtigung von Umwelt-, sozialen und Governance-Kriterien (ESG) bei der Geldanlage ist eine Voraussetzung für nachhaltige Erträge“, sagt auch Achim Küssner, Deutschlandchef von Schroders. Denn: Den wahren langfristigen Wert und Einfluss einer Anlage erkennen nur jene Anleger, die bei ihrer Unternehmensanalyse auch die ökologischen und sozialen Kosten der Unternehmensaktivitäten berücksichtigen. Diese werden zunehmend relevanter. So könnten beispielsweise durch Klimawandel bedingte Wetterschäden in den nächsten Jahren stark zunehmen und Unternehmensgewinne gefährden. Aus diesem Grund werden ESG-Analysen und -Prognosen für Anleger auf der ganzen Welt weiterhin an Bedeutung gewinnen.

Wer bei der Geldanlage Umwelt-, soziale und Kriterien der Unternehmensführung berücksichtigen möchte, steht jedoch vor einer Reihe von Entscheidungen. Diese können die Zusammensetzung des Portfolios – und auch seine Risikocharakteristika – erheblich beeinflussen.

Möglichkeiten abwägen

Zunächst sollten sich Anleger also eine Übersicht über ihre Wünsche, Bedürfnisse sowie die vorhandenen Möglichkeiten verschaffen. Denn: „Die Art und Weise, wie die Allokation verschiedener Anlageklassen in einem ESG-konformen Portfolio stattfindet, kann sich von Anleger zu Anleger stark unterscheiden“, sagen Lesley-Ann Morgan, Leiterin Multi-Asset Strategy, und Jessica Ground, Global Head of Stewardship bei Schroders. Wie genau man sich nachhaltig engagieren möchte oder kann, hänge unter anderem davon ab, welches Wertesystem man seiner Anlage zugrunde legt, welches Vermögen zur Verfügung steht und wie der Anlagehorizont aussieht. Zu guter Letzt können durch die Implementierung der ESG-Strategie Kosten entstehen, derer der Anleger sich bewusst sein sollte.

Wichtig sei außerdem, wie die angewendeten ESG-Ansätze das Portfolio beeinflussen und inwiefern es möglich ist, diese in den Investmentprozess zu integrieren. „Während Ansätze auf der ‚Screening‘-Seite des Spektrums in der Regel einfacher zu implementieren sind, können sie unbeabsichtigt kurzfristig Risiken erhöhen, statt dass sie die Erträge verbessern“, erklären Morgan und Ground.