Sie besuchen Multiasset.com mit einem veralteten Internet Explorer. Darstellung und Nutzungserlebnis sind deshalb nicht optimal.
Aktuelle Version kostenlos herunterladen »

Experten

BlackRock
Straßenszene in Sydney: Google-Suchwörter verraten viel über Trends an den Kapitalmärkten | © Getty Images

Neues aus dem BlackRock-Blog Warum Big Data für Anleger immer wichtiger wird

Keine Frage: Big Data ist von großem Nutzen – sogar Grippewellen lassen sich damit prognostizieren. iShares-Vertriebsexperte Thomas Wiedenmann erklärt, welche Vorteile Investoren daraus ziehen können.

11.04.2017 - 10:54 Uhr | Von: 

BlackRock Experte Bradley J. Betts hat bei der Investment-Konferenz „Fast Forward to the Future“ von iShares kürzlich einen Vortrag über Big Data gehalten. Im Zentrum standen die Möglichkeiten, die schon heute Wirklichkeit sind – und die Aussichten für die nahe Zukunft.

Investoren haben ja schon einiges über Big Data gehört. Die Grundidee ist klar: Was sich uns bislang als großes Rauschen von Daten darstellt – Eingaben in Suchmaschinen, Tweets bei Twitter, Bilder von Satelliten oder Drohnen – kann durch Computer, clevere Algorithmen und vor allem künstliche Intelligenz so ausgewertet werden, dass daraus brauchbare Signale für die Geldanlage werden.

Ein Beispiel aus der Welt außerhalb des Investierens hat für mich besonders schnell klar gemacht, um was es geht: Grippeepidemien. Forscher bei Google haben herausgefunden, dass sich der Ausbruch von Grippewellen anhand der Nachfragemuster in Google-Suchen sehr genau vorhersagen lässt. Millionen Menschen in einer Region geben verstärkt Begriffe wie „Halsschmerz“ und „Symptome“ ein, die während der vergangenen fünf Grippeepidemien mit der Frühphase des Ausbruchs korreliert waren. Das Ergebnis: frühzeitige Prognosen.

Auch Maschinen machen Fehler

Betts ist bei aller Begeisterung für die Möglichkeiten von Big Data aber auch Realist und sieht die Grenzen. „Bleibe bescheiden“, das ist sein Leitsatz. Und so macht er auf mögliche Fehlerquellen aufmerksam: Die Maschinen erkennen kein angstgesteuertes Verhalten. Als die Menschen von Medienberichten über Grippe aufgeschreckt waren, schlugen die Signale ebenfalls aus – ohne Grippewelle. Fehlalarm also, weil die Suchen in Google denen bei einem echten Ausbruch glichen.

Betts nannte in seinem Vortrag auch für Investoren relevante Beispiele, die mich aufhorchen ließen: Die Ergebnisse von Griechenland- und Brexit-Referendum sowie US-Präsidentschaftswahl vergangenes Jahr waren alle frühzeitig anhand der Signale aus Twitter-Botschaften erkennbar. Und zwar zu einer Zeit, als die üblichen Demoskopen noch andere Wahlausgänge prognostizierten.