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Experten

BlackRock
Börsenhändler in Frankfurt: Viele Investoren haben noch immer relativ hoch gesteckte Ziele in einem Umfeld niedriger Renditen | © Getty Images

Optimaler Renditemix So kombinieren BlackRock-Manager aktive und passive Investitionen

Aktive und passive Investitionen zu kombinieren wird immer schwieriger: Einerseits wächst die Zahl der Indizes stetig, andererseits gibt es heute Faktorstrategien, die das abbilden, was bisher als Alpha galt. BlackRock-Experten stellen ein neues Konzept vor das Anleger darin unterstützt, Produkte besser zu verstehen.

09.10.2018 - 17:21 Uhr | Von: 

Portfolio-Konstruktion herkömmlicher Art ist veraltet. Anleger stellen sich viel zu oft die Frage, ob sie sich in Bezug auf eine bestimmte Anlageklasse für eine aktive oder passive Strategie entscheiden sollten. Das ist aus unserer Sicht der falsche Ansatz. Für optimale Renditen spielt das Denken in Aktiv/Passiv-Kategorien keine Rolle. Es ist vielmehr an der Zeit, sich Gedanken darüber zu machen, wie verschiedene Ertragsquellen am besten kombiniert werden können. Patentrezepte gibt es dabei nicht: In Abhängigkeit von Anlagezielen und -restriktionen sollten Anleger auf einen kosteneffizienten Mix aus verschiedenen Ertragsquellen setzen.

Die Renditen, die Investoren oberhalb der Benchmark erzielen, lassen sich in zwei Kategorien aufteilen: Zum einen gibt es Renditen, die sich systematisch und kosteneffizient durch marktbreite Indizes und Faktorindizes abbilden lassen. Zum anderen werden Renditen erwirtschaftet, die das Ergebnis kluger Anlageentscheidungen sind. Letzteres bezeichnen Experten gemeinhin als Alpha. Stichworte sind in diesem Zusammenhang Wertpapierauswahl, taktische Asset-Allokation und Markt-Timing-Strategien.

Alpha-Chancen bieten sich generell in allen Anlageklassen. Für jeden einzelnen Bereich aktive Fonds auszuwählen, kann indes die Gesamtrendite drücken. Zudem sollten Fondsmanager auf Basis des Alpha beurteilt werden, das sie nach Gebühren erwirtschaften. Wer als Anleger nicht souverän mit den verschiedenen Renditetreibern und Kostenkomponenten jonglieren kann, läuft Gefahr, zu hohe Risiken einzugehen und Ziele zu verfehlen. Dieses Problem kann jedoch umgangen werden, indem Renditen in Bestandteile zerlegt werden. Dies führt uns zu Faktoren – den großen, beständigen Renditetreibern, die über die Grenzen der Anlageklassen hinweg greifen.

Ein ganzheitlicher Ansatz beim Thema Portfoliorenditen muss bei Faktoren ansetzen und sowohl Makro- als auch Stilfaktoren einbeziehen. Viele Anleger orientieren sich bei Aktien stark an Stilfaktoren wie zum Beispiel Momentum. Der Großteil der Renditen in allen Anlageklassen wird jedoch von Makro-Faktoren bestimmt, allen voran vom Wirtschaftswachstum, den Realzinsen und der Inflation.  Alphaorientierte Fonds sollten unbedingt danach beurteilt werden, welche Rolle Faktoren bei Renditen spielen. Für ein Portfolio sind sowohl Faktorrenditen als auch Alpha wichtig. Beide Elemente sollten jedoch stets wie folgt getrennt werden:

Alpha und aktive Renditen trennen

Aktive Renditen: Viele Investoren haben noch immer hoch gesteckte Ziele in einem Umfeld niedriger Renditen. Allein mit Marktrenditen sind diese nicht erreichbar. Auch aktive Renditen – sprich Erträge über der Benchmark – spielen eine wichtige Rolle. Ein Teil aktiver Renditen beruht auf der dauerhaften Ausrichtung auf bestimmte Faktoren (Tilts). Darunter fallen auch Einkünfte, die früher als Alpha galten, heute aber effizient über Index- und Faktorstrategien eingekauft werden können.

Alpha: Für uns ist Alpha die Rendite, die über statische Faktor-Tilts hinaus erzielt wird. Sie ist das Ergebnis bewusster Anlageentscheidungen und hat daher auch einen höheren Preis. Letztlich wird Alpha durch Einzeltitelselektion innerhalb einer Anlageklasse, anlageklassenübergreifende taktische Asset-Allokation (TAA) sowie Markt- und Faktor-Timing-Strategien generiert – dies teilweise auch mithilfe von Indexstrategien. Alpha in diesem Sinne ist die Rendite, die sich mit einer statischen Ausrichtung auf Indexstrategien nicht erzielen lässt.