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Experten

BlackRock
Wie ETFs meist passiv unterwegs: Heißluftballons über Berlin | © Getty Images

Passive Anlagen Darum bleiben ETFs in Europa auf Wachstumskurs

ETFs haben sich in den vergangenen Jahren an den Kapitalmärkten behauptet, viele Investoren setzen auf die passiven Anlagevehikel. Gerade in Europa könnte sich dieser Trend noch einmal beschleunigen.

31.08.2018 - 15:10 Uhr | Von: 

Keine Frage, ETFs sind bei Anlegern begehrt. Gleich zu Beginn der diesjährigen iShares Investment-Konferenz merkte Stephen Cohen, Managing Director und Head of EMEA bei iShares, an: Nach Prognosen von BlackRock wird sich das global in den Fonds verwaltete Volumen bis zum Jahr 2022 von aktuell 5 auf 10 Billionen US-Dollar verdoppeln. Für Europa führte Cohen neben der hohen Präsenz im Markt folgenden Grund an: Der Kontinent sei lange von einer fragmentierten Börsenlandschaft mit unterschiedlichen Reportings über Trades gekennzeichnet gewesen. Die Folge: Selbst professionelle Anleger konnten das wahre Volumen der ETF-Trades nicht zuverlässig erkennen. Das beeinflusste lange die Einschätzung von Liquidität und Fungibilität des ETF-Marktes. Mit einer Fusionswelle der Börsen und der zunehmenden Hinwendung zu einheitlichem Reportings werden nun die wahren Erfolge von ETFs sichtbar. „Ein Markt, der als funktionierend und frequentiert wahrgenommen werde, zieht weitere Investoren an“, sagt Cohen.

Vier Treiber für ETFs

Für den Siegeszug von ETFs macht Cohen vier substanzielle Treiber aus: Zum einen zeige sich zunehmend, dass ETF-Anleger in Wahrheit aktive Anleger sind. Unter den wesentlichen Renditequellen wie Indexrendite, dynamische Asset Allocation über Branchen- und Länder-Investments und Faktorrendite ist nur Alpha für sie nicht zu haben. So lassen sich selbst Überrenditen aus faktorbasierten Investments heute regelbasiert und kostengünstig mit Smart-Beta-ETFs erschließen.

Der zweite wichtige Treiber für den ETF-Siegeszug ist der Wandel bei Anleiheprodukten. Wegen des Rückzugs der Banken aus dem Anleihehandel wurden Anleihe-ETFs immer beliebter und liquider, wie Cohen erläuterte. Unter Kosten- und Machbarkeitsgesichtspunkten sind sie mittlerweile sogar oft der einzige Zugang zur Index-Performance im Anleihebereich. Der dritte Wachstumstreiber ist die Veränderung der Beratung. Die standardisierte, skalierbare Verwaltung von Portfolios gewinnt zunehmend an Bedeutung. ETFs sind hierfür hervorragend geeignet. Zudem könnte der Robo-Advice-Trend dazu beitragen, neue Anleger-Zielgruppen für ETFs zu erschließen. Dies könnte gelingen, da Robo Advisors gar nicht beraten oder Lösungsalternativen anbieten und so einer handlungsparalysierenden Entscheidungsunsicherheit vorbeugen. Als vierter Treiber für die starke Verbreitung von ETFs nannte Cohen die zunehmende Kostensensitivität von Anlegern, die von der Verpflichtung der Vermögensverwalter zu verbindlichen Offenlegungen unterstützt wird.

 

Hinweis: Diese News ist eine Mitteilung des Unternehmens und wurde redaktionell nur leicht bearbeitet.