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Ein Tannenbaum an der New York Stock Exchange, der New Yorker Börse an der Wall Street. Ob es im kommenden Jahr viel zu feiern gibt, wird sich zeigen. | © Getty Images

Prognose von Standard Life Das sind die wichtigsten Trends 2017

Was bringt das Jahr 2017 den Märkten? Um diese Frage beantworten zu können, müssen wir von der Vergangenheit lernen und die Gegenwart verstehen, findet Andrew Milligan, Chefstratege bei Standard Life Investments. Er analysiert die Tendenzen des vergangenen Jahres und trifft Voraussagen hinsichtlich Inflation, Zentralbanken und Aktienmärkte.

23.12.2016 - 15:44 Uhr | in Standard Life

2017 wird das Jahr, in dem politische Ereignisse die Aufmerksamkeit der Investoren dominieren werden – vor allem in Deutschland, wo bereits die Kampagne für die Bundestagswahl im Oktober begonnen hat. Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass die Politik nur einer von vielen Faktoren ist, die Märkte treiben – und in den seltensten Fällen eine wirkliche Umkehr der Kräfte bewirkt. In der Regel sind politische Ereignisse Folgen von bereits existierenden Trends, auch wenn diese erst sichtbar werden, wenn das Ereignis die Aufmerksamkeit der Medien geweckt hat.

Lauter Überraschungen

Von der Vergangenheit lernen und die Gegenwart verstehen – nur so können wir überhaupt die Hoffnung hegen, die Zukunft vorhersagen zu können. Was sind also die zugrunde liegenden Trends? 2016 wird in der Zukunft als das Jahr gelten, in dem die Wähler Erwartungen und Meinungs¬umfragen Lügen straften. Dies hat die Anleger vor die Aufgabe gestellt, mit unerwarteten Umständen fertig zu werden. Eine der Antworten auf politische Überraschungen waren aggressive Währungsbewegungen, am deutlichsten im Hinblick auf das Wechselkursverhältnis zum Pfund (GBP), zum Mexikanischen Peso (MXN) und – erst seit kurzem – zum US-Dollar (USD), wo die Parität zum Euro wieder einmal in Betracht gezogen wird.

Das Jahr der Notenbanken

2016 war auch das Jahr, in dem Entscheidungen der Zentralbanken eine große Rolle spielten. Vor allem das Absenken des Zinsniveaus in den negativen Bereich in Japan und Europa waren Einschnitte, deren Auswirkungen für Märkte und Sektoren folgenreich waren. In der Spitze notierten fast vierzig Prozent der weltweiten Staatsanleihen im negativen Bereich; nach dem jüngsten Ausverkauf am Anleihemarkt sind es immer noch mehr als 25 Prozent. Das hat Sorgen über die Gesundheit des Finanzsystems in Deutschland, Italien und anderen Teilen Europas auf den Plan gerufen und massive grenzüberschreitende Kapitalströme in Bewegung gesetzt, weil institutionelle Anleger nach Rendite suchen.

Natürlich war der nachdrückliche Renditeverfall der Staatsanleihen nicht allein durch die Ent-scheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) zu erklären. Viele der strukturellen Treiber für niedrige Zinsen bleiben intakt: Historisch niedriges Wachstum und niedrige Inflation, alternde Gesellschaften und schwache Regulierung. Die Zuflüsse in „sichere Häfen“ verstärkten diese Trends nur. Die Erkenntnis, dass die Bondmärkte extrem überteuert waren, führte – noch vor der US-Wahl – zu einer Neubewertung. Ende 2016 sahen wir, wie die Renditen von US-Treasuries, Bundesanleihen und UK-Gilts scharf anstiegen im Vorgriff auf höhere Staatsausgaben und damit höhere Inflation.