Sie besuchen Multiasset.com mit einem veralteten Internet Explorer. Darstellung und Nutzungserlebnis sind deshalb nicht optimal.
Aktuelle Version kostenlos herunterladen »
Parlament in Athen: Eine robuste globale Konjunkturentwicklung schließt auch Griechenland ein | © Getty Images

Rentenmärkte „Wir gehen nicht von einer bevorstehenden US-Rezession aus“

Vor dem Hintergrund der Volatilität wittert Eliezer Ben Zimra, Fondsmanager des Edmond de Rothschild Fund Bond Allocation, im Jahr 2019 neue Chancen an den Märkten. Neben Schwellenländern sieht er auch in der Eurozone Potenzial.

07.02.2019 - 14:59 Uhr | Von:  in Fonds

multiasset.com: Herr Ben Zimra, wie sieht Ihre aktuelle Einschätzung des Marktumfeldes aus?

Eliezer Ben Zimra: Es hat zuletzt eine große Differenz zwischen dem gegeben, was die Fed macht und was der Markt erwartet. Wir gehen davon aus, dass die Fed 2019 die Zinsen nur einmal erhöhen wird, um die Finanzierungsbedingungen in den USA nicht zu erschweren. Die Wirtschaft Chinas wird 2019 aufgrund von fiskalpolitischen Stimuli weiter vorankommen. Und die Handelsspannungen werden sich beruhigen.

Sie sehen also keine harte Landung in China?

Ben Zimra: Chinas Regierung verfügt über viele Instrumente, um eine harte Landung zu vermeiden. So ist die Zentralbank willens, den Märkten die Liquidität zur Verfügung zu stellen, die sie brauchen. Aber sehen Sie: Die etwas zurückgekommenen Wachstumsraten Chinas sind für uns ein Zeichen, dass das Land zu einer normalen Entwicklung findet, jetzt nach vielen Jahren des dynamischen Wachstums auf hohem Niveau konsolidiert und sich allmählich den Developed Markets anpasst. Wir gehen davon aus, dass sich das Land unter dem Druck des Handelskonflikts mit den USA in Zukunft weiter öffnet, um verstärkt ausländisches Kapital anzuziehen. Von dieser Öffnung dürfte insbesondere auch der Finanzsektor betroffen sein.

Wie schaffen Sie es im aktuellen Marktumfeld Rendite zu erzielen?

Ben Zimra: Zu Beginn des Jahres 2018 sahen die fundamentalen makroökonomischen Kennziffern weltweit gut aus. Die Geldpolitik war weitgehend locker. Die Bewertungen von Wertpapieren waren aber schon weit gelaufen. Seither sind die Zinsen in den USA auf 2,5 Prozent gestiegen. Daraufhin ist es zu einer drastischen Neubewertung der Assets gekommen. Das Kursniveau ist jetzt wieder sehr viel attraktiver als noch im vergangenen Jahr. Nicht zuletzt, weil wir nicht von einer bevorstehenden Rezession in den USA ausgehen. Wir nutzen die Chancen, die sich durch die entstandene Volatilität bieten.

Wie ist Ihre Einschätzung zu den Emerging Markets?

Ben Zimra: 2018 waren wir hier sehr vorsichtig. Wir gingen davon aus, dass die US-Notenbank wie geplant ihre Zinsen erhöhen würde. Jetzt erwarten wir jedoch, dass die Fed zunächst für die nächsten sechs Monate die Füße still halten wird. Der US-Dollar wertet dadurch leicht ab, auch die Ölpreise bleiben stabil. Wir halten daher rund 13 Prozent unserer Portfolio-Allokation in den Schwellenländern, ein vergleichsweise hoher Wert.