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Eingang der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte in London: „Das Wealth Management steht vor den größten Veränderungen seiner bisherigen Geschichte.“  | © Getty Images

Robo-Advisory in Vermögensverwaltungen, Teil I „Deloitte unterstützt dabei sich zukunftsweisend zu positionieren“

Schnelligkeit, Kosteneinsparungen, Wettbewerbsvorteile: Im Interview erläutert Dominik Moulliet, Head of Private Banking & Wealth Management, Deloitte Consulting, das Potenzial von Robo-Advisory. Es zeigt sich: Vermögensverwalter setzen bei ihrem Angebot zunehmend auf Multi-Asset-Strategien, die auf einem breiten ETF-Portfolio aufbauen.

17.11.2017 - 15:10 Uhr | Von:  in Märkte

multiasset.com: Herr Moulliet, Wealth Management steht vor einem Wandel: Wie entwickelt sich derzeit der Bedarf nach automatisiertem Vermögensmanagement?

Dominik Moulliet: Das Wealth Management steht in der Tat vor den größten Veränderungen seiner bisherigen Geschichte. Dies bezieht sich nicht nur auf die Themen Regulierung und Digitalisierung, sondern auch auf die Art und Weise, wie Kunden das Produkt Wealth Management wahrnehmen. Eben dadurch ist ein deutlicher Anstieg bei der Nachfrage nach automatisiertem Vermögensmanagement zu verzeichnen. Wir fassen diese Aktivitäten unter dem Oberbegriff „Robo-Advisory“ zusammen.

Verglichen zum Jahr 2015 hat sich das investierte Anlagevermögen im Bereich Robo-Advisory in Deutschland mehr als verdreifacht. Zurzeit sprechen wir über ein verwaltetes Vermögen in diesem Bereich von rund 340 Millionen Euro. Dies ist natürlich noch vergleichsweise wenig, bietet aber ein sehr großes Potenzial. Weltweit erwarten wir eine Steigerung der verwalteten Assets under Management (AuM) auf mehr als 16 Billionen Euro bis zum Jahr 2025, etwa dreimal so viel AuM wie BlackRock derzeit verwaltet.

Schon jetzt halten sich immer mehr Player in der Branche bereit, um an der Dynamik teilzuhaben…

Moulliet: Ja, diese Entwicklung zieht viele Marktteilnehmer an, sodass neben steigenden Markteintritten von FinTechs immer mehr Banken sich dafür entscheiden eine eigene Lösung für automatisiertes und digitales Vermögensmanagement zu entwickeln. Die nach wie vor steigende Zahl der Anbieter führt zu einem härteren Wettbewerb, wodurch die Kunden stetig profitieren können. Dies macht sich in der Benutzerfreundlichkeit, der Betreuung der Kunden, einem breiteren Produktportfolio und dem Preis der Dienstleistung bemerkbar. Auch wenn wir auf Sicht der nächsten Jahre die erste Konsolidierungswelle erwarten, wird sich der Bedarf stetig vergrößern und ein chancenreiches Geschäftsfeld für Vermögensmanagement und andere Dienstleister bieten.

Inwieweit können etablierte Asset und Wealth Manager von Robo-Advisory-Strategien profitieren?

Moulliet: Robo-Advisory steht am Ende einer Reihe von Aktivitäten, welche eine geschäftsübergreifende Optimierung und Digitalisierung der Prozesse anstreben. Beginnend bei den Kundenbetreuern, die durch die Unterstützung des Robo-Advisory das Werteversprechen gegenüber dem Kunden intensiver umsetzen können und über mehrere Kommunikationskanäle erreichbar sind. Zudem bietet ein digitales Onboarding, also die Verquickung der digitalen Kundengewinnung mit einer persönlichen Beratung, eine bessere Möglichkeit Neukunden zu gewinnen, sie aber gleichzeitig auch effizient zu betreuen.