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14. Dezember 2017 in Zinnwald, Erzgebirgskamm: Deutsche Lithium unternimmt Probebohrungen in bis zu 300 Metern Tiefe | © Getty Images

Rohstoffversorgung Schwieriger Zugriff auf schwer auszusprechende Materialien

In den nächsten Wochen wollen die USA prüfen, welche seltenen Mineralrohstoffe kritisch für die Sicherheit des Landes sind. In Deutschland warnt der Bund der Deutschen Industrie ebenfalls vor einem Rohstoff-Engpass.

22.12.2017 - 15:38 Uhr | Von:  in Märkte

Die USA haben angekündigt, bis Ende Februar 2018 zu prüfen, welche seltenen Mineralien kritisch für die Sicherheit des Landes sind. Insgesamt 23 Mineralrohstoffe wurden vom USGS-Institut (U.S. Geological Survey), das dem Innenministerium zuarbeitet, vorab als besonders wichtig eingestuft.

Nach Abschluss der Untersuchung soll eine Strategie entwickelt werden, mit der die Abhängigkeit von ausländischen Fördergesellschaften verringert werden kann. So sollen US-Minenbetreiber unter anderem besseren Zugang zu geologischen Daten erhalten. Zugleich sollen regulatorische Hindernisse, die eine Ausbeutung erschweren, abgebaut werden – etwa Umweltschutzauflagen.  

BDI warnt vor Rohstoffverknappung

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und die Deutsche Rohstoffagentur (DERA) hegen ebenfalls Befürchtungen: Sollte der Rohstoffnachschub in Deutschland, drittgrößte Handelsnation der Welt, nicht mehr gesichert sein, ist die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts gefährdet. Aufgrund der starken Abhängigkeit der deutschen Industrie von ausländischen Lieferanten wächst die Sorge, dass der Nachschub an Lithium, Kobalt, Graphit und Mangan ins Stocken geraten könnte. Diese Metalle werden für den Bau von E-Mobilbatterien, selbstfahrenden Autos und neue Anwendungen im Bereich der Automatisierungstechnik benötigt.

„Die Gefahr von Engpässen bei der Rohstoffversorgung steigt. Denn der Bedarf wächst schneller als die Kapazitäten bei der Förderung“, beobachtet Matthias Wachter, Rohstoffexperte beim Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI).

Zwar sei Deutschland reich an einer Reihe von mineralischen Rohstoffen, deren Nutzung auch in Zukunft sichergestellt sein müsse, führt Wachter aus. Allerdings sei Deutschland bei Metallen, mit Ausnahme dessen, was aus dem Recycling zurückgewonnen werden kann, vollständig auf Importe angewiesen. „Hier wird der Rohstoffbezug, der in erster Linie Aufgabe der Unternehmen ist, häufig durch staatliche Eingriffe in den Handel wie Exportverboten erschwert. Eine ganzheitliche und nachhaltige Rohstoffsicherung umfasst aus unserer Sicht daher sowohl Maßnahmen zur Nutzung heimischer Rohstoffe, zur Stärkung des Recyclings, sowie zum Abbau von Handels- und Wettbewerbsverzerrungen“, so Wachter. Sein Fazit: „Ohne eine ausreichende Versorgung wird es keine Zukunftstechnologien ,Made in Germany‘ geben.“