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Experten

Schroders
Börse Frankfurt: Weltweit erwarten die Anleger in den nächsten fünf Jahren im Durchschnitt eine Gesamtrendite von 10,7 Prozent pro Jahr | © Getty Images

Schroders Global Investor Study 2019 Anleger in Deutschland und Österreich haben aus der Vergangenheit gelernt

Auf die erhöhte Volatilität hat eine Mehrheit der Anleger in Deutschland und Österreich umgehend reagiert und das Risikoprofil ihrer Investments angepasst, zeigt eine Schroders-Studie, für die mehr als 25.000 Teilnehmer in 32 Ländern befragt wurden. Nachholbedarf herrscht hingegen beim Anlagehorizont der Deutschen.

15.07.2019 - 10:58 Uhr | in Schroders

Im vierten Quartal 2018 brachen die Kurse an den Finanzmärkten ein. Auf die erhöhte Volatilität hat eine Mehrheit sowohl der Anleger weltweit als auch der Investoren in Deutschland und Österreich umgehend reagiert und das Risikoprofil ihrer Investments angepasst. Dies zeigt die Schroders Global Investor Study 2019, für die mehr als 25.000 Teilnehmer in 32 Ländern befragt wurden.

Lerneffekt bei deutschen und österreichischen Anlegern

In Deutschland und Österreich reagierten 79 Prozent der Anleger auf die Instabilität, derselbe Prozentsatz, der auch im internationalen Vergleich gemessen wurde. Hervorzuheben ist, dass es sich bei den Umschichtungen keineswegs durchgängig um überhastete Kurzschlussreaktionen gehandelt haben dürfte. Indiz dafür ist, dass in Deutschland 40 Prozent der Investoren die Marktschwäche ausnutzten und Gelder in risikoreichere Anlagen umschichteten, in Österreich war es sogar jeder Zweite (50 Prozent; weltweit: 35 Prozent).

Anleger agieren oft kurzfristig

Nachholbedarf herrscht wiederum beim Anlagehorizont der Deutschen. Der Studie zufolge halten deutsche Investoren ihre Kapitalanlagen im Durchschnitt 3,1 Jahre. Sie liegen damit zwar über dem weltweiten Mittelwert (2,6 Jahre), jedoch um fast zwei Jahre unter dem allgemeinhin empfohlenen Anlagezeitraum von mindestens fünf Jahren. Ein Drittel (33 Prozent) der deutschen Investoren sagte sogar, dass sie ihre Anlagen weniger als ein Jahr halten.

Österreicher sind etwas kurzfristiger ausgerichtet und verkaufen ihre Anlagen nach durchschnittlich 2,8 Jahren. Weniger als ein Jahr sind 38 Prozent der österreichischen Anleger investiert.

Überhöhte Renditeerwartungen

Ein möglicher Grund für diesen kurzfristigen Ansatz: die weiterhin sehr optimistischen Ziele der Anleger. Weltweit erwarten die Anleger in den nächsten fünf Jahren im Durchschnitt eine Gesamtrendite (Erträge plus Kapitalzuwachs) von 10,7 Prozent pro Jahr. Vor einem Jahr betrug dieser Wert noch 9,9 Prozent. Jeder sechste erwartet sogar eine Jahresrendite von mindestens 20 Prozent.

Dies steht im Gegensatz zur Wertentwicklung der großen Aktienindizes wie dem S&P 500 und dem DAX. Diese verbuchten 2018 unter dem Strich allesamt Wertrückgänge. Die durchschnittliche Jahresrendite lag beim S&P 500 seit seiner Einführung im Jahr 1957 bei unter 8 Prozent.

Anleger aus Nord- und Südamerika besitzen mit 12,4 Prozent die höchsten Renditeerwartungen, verglichen mit 9,0 Prozent in Europa. Diese hohen Erwartungen erklären möglicherweise, warum mehr als die Hälfte der weltweit befragten Investoren (51 Prozent) angaben, dass sie in den vergangenen fünf Jahren ihre Anlageziele nicht erreicht haben.
Deutsche Investoren machen sich für die kommenden fünf Jahre dagegen wenig Illusionen. Die von ihnen erwartete Durchschnittsrendite liegt mit 6,8 Prozent deutlich unterhalb des globalen Mittelwerts. Dennoch gaben 46 Prozent an, die Investmentziele in den vergangenen Jahren verfehlt zu haben.

Eine etwas höhere Rendite von durchschnittlich 8 Prozent für die kommenden fünf Jahre erwarten österreichische Anleger. Andersherum sagten hier jedoch nur 44 Prozent, die Anlageziele in den vergangenen fünf Jahren nicht erreicht zu haben.

Multi-Asset-Strategien verhindern stetiges Umschichten

Achim Küssner, Geschäftsführer der Schroder Investment Management GmbH, kommentiert die Studienergebnisse: „Wenn Anleger ihre Investment-Allokation hektisch umschichten, um dadurch auf Marktveränderungen kurzfristig reagieren zu wollen, führt dies selten zu langfristig guten Ergebnissen. Ganz im Gegenteil: Investoren laufen damit Gefahr, den Entwicklungen beständig hinterherzulaufen. Eine geeignete Lösung können Multi-Asset-Strategien sein, für die wir gegenwärtig auch am Standort Frankfurt am Main die Kapazitäten weiter ausbauen. Denn diese Fonds nehmen Anpassungen professionell gemanagt und mit dem Ziel vor, immer in denjenigen Anlageklassen übergewichtet zu sein, für die wir die größten Wertsteigerungsmöglichkeiten sehen.

Zudem verdeutlicht die Schroders Global Investor Study 2019, dass viele Investoren zuletzt ihre Anlageziele verfehlt haben – auch in Deutschland und Österreich. Um dies zu ändern und selbst in angespannten Marktsituationen auskömmliche Renditen zu erwirtschaften, bieten wir unseren Kunden zahlreiche Möglichkeiten an. Dazu zählen unter anderem Investments in alternative Anlageklassen sowie Private Assets.“