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Peking, Ende November 2018: Besucher drängen in eine Ausstellung zum 40-jährigen Jubiläum der Öffnung Chinas  | © Getty Images

Schroders zu Schwellenländer-Investments „Blauer Himmel über Peking“

Kirsty McLaren, Emerging Markets Equity Client Portfolio Manager bei Schroders, ist oft in China. Im Interview spricht sie über tiefgreifende Veränderungen im Land und inwieweit die Themen ESG und Big Data im Asset Management fundamental an Bedeutung gewinnen.

03.12.2018 - 08:58 Uhr | Von:  in Fonds

multiasset.com: Frau McLaren, warum sollten Anleger den Schwellenmärkten deutlich mehr Aufmerksamkeit widmen?

Kirsty McLaren: Nach der Finanzkrise haben viele Volkswirtschaften in den Developed Markets weitreichende Anpassungsmaßnahmen vorgenommen. Doch viele der insgesamt 24 Schwellenländer taten sich zunächst schwer mit eigentlich dringend notwendigen Reformen und Umstrukturierungen. Viele Unternehmen haben es schließlich doch geschafft, Produktionskapazitäten anzupassen und sich in Kapitaldisziplin zu üben. Inzwischen befinden sich die meisten Schwellenländer am Anfang oder schon mitten im Verlauf eines neuen Konjunkturzyklus. Deshalb bieten sich unserer Einschätzung nach hier auf mittelfristige Sicht viele Anlagechancen – sowohl in den Emerging Markets als auch in den Frontier Markets.

Welche Schwellenländer stehen derzeit bei Schroders im besonderen Fokus?

McLaren: Seit dem Jahr 1993 beobachte ich Schwellenländer detailliert und habe dabei sehr unterschiedliche Marktumfelder erlebt. Immer gibt es hier irgendwo neue Entwicklungen, die  Anlegern Wertschöpfungspotenzial bieten. 2018 war auch für die Schwellenmärkte ein besonderes Jahr, sowohl makroökonomisch als auch geopolitisch. Normalerweise fokussieren wir auf die fundamentalen Kennzahlen, doch im laufenden Jahr gab es rund um die Welt verschiedene Ereignisse und Entwicklungen, die die Emerging Markets beeinflusst haben – und deren Auswirkungen wir deshalb ganz genau verfolgen. Etwa die US-Sanktionen gegen Russland, die Neuverhandlung des NAFTA-Abkommens, der starke US-Dollar sowie die Parlamentswahlen in Brasilien und Mexiko.

Welche Wirtschaftssektoren sind für Sie von besonderem Interesse?

McLaren: Im Investmentprozess für den Schroder Global Emerging Markets Fund allokieren wir das uns anvertraute Kapital nicht auf einzelne Sektoren. Erst nach Zusammenstellung des Portfolios ergibt sich eine in Prozent bezifferbare Sektorallokation. Wir suchen deshalb nicht nach Investmentchancen in Sektor A oder B. Wir gehen anders heran an das Investieren und fragen uns vielmehr: Welche Entwicklungen in welchen Schwellenländern bergen gute Chancen für Investments?