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Experten

Schroders
Mazu-Feierlichkeiten in Taiwan. Das Land ist im MSCI Emerging Markets Index – zählt für den Internationalen Währungsfonds aber schon zu den Industrieländern. | © Getty Images

Schroders zum MSCI Emerging Markets Aufnahme in den Schwellenländer-Index: Auf die Marktgröße kommt es an

MSCI will Argentinien und Saudi-Arabien in den MSCI Emerging Markets Index aufnehmen. Grund zur Freude? „Die Neueinstufung kann sich dramatisch auf das Gewicht eines Landes im Index auswirken“, warnt Schroders-Analyst Sean Markowicz. Was ein Schwellenland ausmacht und warum nicht alles Gold ist, was glänzt.

04.10.2018 - 10:16 Uhr | Von: 

Argentinien und Saudi-Arabien erhalten nächstes Jahr den Status „Schwellenländer“. Das gab der Indexanbieter MSCI kürzlich bekannt. Im Moment werden die beiden Länder noch als „aufstrebende Volkswirtschaften“ klassifiziert. Obwohl sie nur ein geringes Gewicht im MSCI Emerging Markets Index einnehmen werden, wird davon ausgegangen, dass damit Mittel in Milliardenhöhe (US-Dollar) in die beiden Länder fließen werden. Diese Erwartungen basieren auf dem Vermögen von 1,9 Billionen US-Dollar, das gegenwärtig im MSCI Emerging Markets Index1 steckt.

Schwellenland ist nicht gleich Schwellenland

Viele Anleger allokieren einen Teil ihres Vermögens in Schwellenländer, um von deren Wachstumspotenzial zu profitieren. Das Grundprinzip haben Investoren schon oft gehört: Junge Bevölkerungen mit rasch wachsenden Volkswirtschaften liefern zwar starke Erträge, weisen jedoch auch höhere Wertschwankungen auf. Anleger sollten den Begriff „Schwellenland” jedoch keinesfalls mit einer aufstrebenden Volkswirtschaft gleichsetzen.

MSCI-Indizes für Schwellenländer oder sogar Frontier-Märkte (Grenzmärkte) enthalten viele wirtschaftlich fortgeschrittene Länder – siehe Abbildung unten. Korea und Taiwan sind hierfür ideale Beispiele. So ist Taiwan im Hinblick auf manche Kennzahlen (wie etwa das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf, das als Kennzahl für den Lebensstandard dient) höher entwickelt als Industriestaaten wie Kanada, Großbritannien, Frankreich und Japan2. Zudem zählen manche Unternehmen in Korea und Taiwan auf ihrem Gebiet zu den Weltmarktführern. Samsung Electronics und Taiwan Semiconductor sind solche Fälle. Dennoch werden die Wertpapiere dieser Unternehmen als Schwellenländer-Titel betrachtet.

* Argentinien und Saudi-Arabien werden im Juni 2019 in den MSCI EM Index aufgenommen.

 ** Die Westafrikanische Wirtschafts- und Währungsunion (UEMOA) umfasst folgende Länder: Benin, Burkina Faso, Republik Côte d’Ivoire, Guinea-Bissau, Mali, Niger, Senegal und Togo. Derzeit sind in den MSCI-Indizes, die die UEMOA abbilden, Wertpapiere aus Senegal, der Republik Côte d’Ivoire und Burkina Faso enthalten.

Quelle: IWF, MSCI und Schroders. Stand der Daten: 30. Juni 2018.

Dabei wendet der Index-Anbieter keine besonders drakonischen Regeln im Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklungsstufe eines Landes an – eher im Gegenteil. Über die Hälfte der 57 Länder im MSCI Emerging beziehungsweise Frontier Markets Index übertreffen bereits die wirtschaftlichen Mindeststandards, die für eine Aufnahme in den Industrieländer-Index bei MSCI erfüllt werden müssen.

1 MSCI. Stand der Daten: 31. März 2018.

2 IWF. Stand der Daten: 2018 Auf Grundlage des BIP pro Kopf unter Verwendung der Kaufkraftparität (KKP), internationalen Dollars.