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Experten

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Indonesische Tänzerinnen: Zuletzt belief sich die BIP-Wachstumsrate des Schwellenlandes mit 255 Millionen Einwohnern auf mehr als 5 Prozent. | © Getty Images

Schwellenländer „Es gibt Raum für Erholung“

Die Furcht vor einer Ausweitung der Finanzkrisen in der Türkei und Argentinien in Richtung Schwellenländer erwies sich bislang als unbegründet. Doch wie geht es weiter? Haben Anleger in Emerging Markets das Schlimmste bereits überstanden?

05.11.2018 - 16:38 Uhr | Von: 

Für den Rest des Jahres werden aus unserer Sicht die Schwellenländer ausschlaggebend für die Entwicklung von Portfolios sein. Die Wertentwicklung von Anlagen hat sich dort von den Fundamentaldaten abgekoppelt. Der kurzfristige Ausblick wird von Anlegern sehr unterschiedlich bewertet. Straffere Finanzbedingungen durch höhere US-Zinsen und einen stärkeren US-Dollar, ein überfüllter Wahlkalender, sich verschärfende Handelsspannungen und andere länderspezifische Faktoren machen aus den Emerging Markets (EM) in diesem Jahr ein komplexes Anlageumfeld.

Die EM-Währungen waren die Hauptleidtragenden der Verkaufswelle, wobei die Währungen von Ländern mit relativ hohen Leistungsbilanzdefiziten und hoher Auslandsverschuldung am stärksten betroffen waren. Obwohl die Volatilität stark zugenommen hat, übertrug sich dies nicht auf andere Anlageklassen weltweit. Zuletzt haben sich die EM-Währungen wieder etwas gefangen – dank außerplanmäßiger Zinserhöhungen in der Türkei und Argentinien.

Kapitalauswanderung aus Schwellenländern

Das Wachstum in China hat sich in diesem Jahr auf ein Tempo verlangsamt, das wir als nachhaltig einstufen. Die daraus resultierende Yuan-Abwertung führte zu einer Verunsicherung der Anleger und trug zur Kapitalabwanderung aus den Schwellenländern bei. Dennoch bleiben wir bei chinesischen Aktien positiv gestimmt. Unsere optimistische Einschätzung beruht auf drei Faktoren: der offenkundigen Widerstandskraft der chinesischen Wirtschaft mit weiterhin konstantem Wachstum, der Fortführung steuerlicher und monetärer Impulse sowie der wachsenden Einbeziehung chinesischer A-Aktien in Schwellenländer- und globale Indizes. Die nachfolgende Grafik gibt einen Überblick:

Viele Anleger fragen sich, ob die EM-Verkaufswelle ein erstes Warnsignal für die Weltmärkte darstellt. Unserer Meinung nach ist dies nicht der Fall. Wir sehen darin eher die Folge verschiedener länderspezifischer Ereignisse, die die starken EM-Fundamentaldaten verdecken. Die meisten Schwellenländer behaupten sich, und der Konjunkturrückgang in Krisenländern wie der Türkei und Argentinien dürfte nur begrenzte Auswirkungen haben.

Laut unseren Analysen übersteigt der Einfluss des Wachstums der Industrieländer auf die Emerging Markets den umgekehrten Einfluss um ein Vielfaches. Wir erwarten also nicht, dass die jüngsten Einbrüche in den Schwellenländern das globale Wachstum umkehren.

Könnte es für die Schwellenländer noch schlimmer kommen? Im Bärenszenario würde die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) die Zügel rascher anziehen, der US-Dollar würde weiter steigen und die Handelskonflikte würden sich verschärfen.

Dies könnte Abflüsse auslösen, die wiederum zu Liquiditätskrisen und geldpolitischen Straffungen in den Schwellenländern führen könnten.

Wir sind jedoch optimistisch, denn viele dieser Risiken sind bereits eingepreist. Das gilt insbesondere für Aktien. Da die Bewertungen viel Druck bereits abgegeben haben, das Wachstumsklima insgesamt robust erscheint und die Fed ihr Tempo zur Zinsnormalisierung verlangsamen könnte, sehen wir Raum für eine Erholung der Schwellenländer.

 

Hinweis: Diese News ist eine Mitteilung des Unternehmens und wurde redaktionell nur leicht bearbeitet.