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Experten

BlackRock
Blütenfest in Amritsar, Indien: Schwellenländer sind en vogue, wenn in Anlegerkreisen eine risikofreundliche Grundhaltung vorherrscht | © Getty Images

Schwellenländer Indien trotzt dem Börsengewitter

Für die meisten Anleger ist die überdurchschnittliche Performance von Aktien aus Schwellenländern in diesem Jahr keine Überraschung, wird doch dort inzwischen der größte Beitrag zum globalen Wachstum erwirtschaftet. Martin Lück, Chef-Investmentstratege bei BlackRock, sieht vor allem Indien vorne.

16.04.2018 - 16:28 Uhr | Von: 

Immer stärker ist der Welthandel in den vergangenen Jahren integriert worden, inzwischen macht er rund die Hälfte der globalen Wertschöpfung aus. Davon profitieren insbesondere Schwellenländer, sei es als Produzenten industrieller Zwischen- und Endprodukte oder als Rohstoff-Lieferanten. In China, Indien & Co. wird inzwischen der größte Beitrag zur globalen Konjunktur erwirtschaftet. Weitere Unterstützung erfahren Wertpapiere aus Schwellenländern durch die überraschende Schwäche des US-Dollars seit Jahresbeginn und das parallel starke Wachstums in Amerika, Europa und Asien.

Ganz risikofrei sind Investitionen in Schwellenländern jedoch nicht: Im Frühjahr 2013, als der damalige Fed-Chairman Ben Bernanke erstmals vom ‚Tapering‘ sprach und deutlich höhere US-Zinsen sowie das berühmte ‚Taper Tantrum‘ die Folge waren, war Indien mit erheblichen Kapitalabflüssen und einer drastischen Abwertung der Rupie eines der am stärksten betroffenen Länder. Zwar sind Leistungsbilanz und staatlicher Haushalt heute in deutlich robusterem Zustand, dennoch bleibt die Entwicklung der US-Zinsen und des US-Dollars von großem Interesse für Anleger mit Fokus auf Schwellenländer.

Kursrutsch beunruhigt Anleger

Ein weiteres Risiko für Schwellenland-Investitionen ist die Volatilität an den Märkten. Schwellenländer sind in aller Regel dann en vogue, wenn generell eine risikofreundliche Grundhaltung vorherrscht. Nach dem kräftigen Rücksetzer von Anfang Februar sind Anleger jedoch weltweit vorsichtig geworden. Die Stimmung könnte kippen, sollte der US-Dollar infolge steigender Zinsen stärker als erwartet aufwerten.

Ein weiterer Unsicherheitsfaktor an den Märkten sind die von US-Präsident Donald Trump eingeführten Importzölle auf Stahl und Aluminium. Anleger fragen sich angesichts der protektionistischen Handelspolitik der USA, wie groß die Gefahr eines Handelskrieges ist. Sollte der Welthandel tatsächlich infolge der Einführung von Zöllen abkühlen, dürften Unternehmen aus Schwellenländern mit starker Handelsabhängigkeit die Leidtragenden sein.