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Hauptbahnhof von Hangzhou: China bietet weiterhin „exzellente Möglichkeiten“ | © Getty Images

Schwellenländeraktien „Erst im dritten Jahr des ökonomischen Aufschwungs“

Welche Anlagechancen ergeben sich in den Schwellenländern? Urs Antonioli, Schwellenländer-Experte von UBS Asset Management, über Bedürfnisse chinesischer Konsumenten, abnehmende Währungsrisiken und das zunehmend robuste Eigenleben der Schwellenmärkte.

02.05.2018 - 14:22 Uhr | Von:  in Fonds

multiasset.com: Herr Antonioli, warum sollten Anleger Schwellenländer unbedingt wieder auf dem Zettel haben?

Urs Antonioli: Der ökonomische Aufschwung der Schwellenländer hat Anfang 2016 begonnen. Wir erinnern uns: 2016 war der Tiefpunkt des Pessimismus. Die Rohstoffpreise waren im Keller. Brasilien war in der Krise. Russland war von Rezession geprägt. In China drohten die Staatsinvestitionen zu Ende zu gehen. Nach fünf Krisenjahren hatten die Währungen bereits stark abgewertet. Generell hatte sich der Wachstumsabschwung schon extrem verlangsamt.

Seit Anfang 2016 sehen wir nun einen ökonomischen Aufschwung. Getrieben wird dieser von zusätzlichen Investitionen, steigenden Rohstoffpreisen und einer weiterhin lockeren Geldpolitik der chinesischen Zentralbank.

Und dieser Aufschwung hält an?

Antonioli: Alles deutet darauf hin. Die Unternehmensinvestitionen kommen nie am Anfang einer Umkehrung. Stellen Sie sich vor, Sie sind eine Firma. Fünf Jahre dauert der Abschwung am Markt bereits an. Und jetzt sehen Sie: Die Lage am Markt verbessert sich ein bisschen. Fangen Sie direkt wieder an eine neue Fabrik zu errichten?

Nein!

Antonioli: Sie warten ab, oder? Es gibt immer noch Überkapazitäten im System und Sie warten erst einmal. Aber jetzt, nach zwei Jahren sehen wir eine erhöhte Investitionstätigkeit. Und zwar überall in den Schwellenländern, vor allem in Asien. Es wird viel mehr investiert. Es steigt zugleich die Zuversicht der Konsumenten, die ebenfalls investieren. Viele Länder kommen aus der Rezession; Brasilien und Russland haben sich berappelt.

Durchschnittlich dauert ein ökonomischer Aufschwung fünf bis sieben Jahre. Wir sind in den Schwellenländern erst im dritten Jahr.  Es kann also noch gut drei bis vier Jahre dauern, bis es wieder in die andere Richtung geht. Die Aktienmärkte folgen schlussendlich den ökonomischen Fundamentaldaten. Wir glauben, dass der ökonomische Aufschwung weitergeht.