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Infinity-Pool als Must-have für Hotels: In Marktnischen lassen sich sehr erfolgreiche Unternehmen finden  | © Getty Images

Small Caps „Wir suchen kleine Player mit großem Potenzial“

Nebenwerte werden oft unzureichend analysiert, doch die Mühe kann sich lohnen. Aus dem Portfoliomanagement berichtet Scott Woods, Manager der Strategie Threadneedle (Lux) Global Smaller Companies Fund.

19.09.2019 - 16:38 Uhr | in Interview

Herr Woods, was reizt Sie an Small Caps?

Scott Woods: Mich motiviert das Gefühl der Freude, wenn ich Unternehmen mit dauerhaften Wettbewerbsvorteilen finde. Der Small Caps-Markt ist im Vergleich zu den größeren Märkten deutlich weniger effizient. Es gibt hier sehr viele Unternehmen, die nur unzureichend analysiert werden. Hier wartet im Gegensatz zu den gut dokumentierten Large Caps viel Arbeit – dadurch lassen sich aber auch besondere Ertragsperlen entdecken.

Was müssen Unternehmen mitbringen, die für ein Investment im Threadneedle (Lux) Global Smaller Companies Fund (LU0570870567) in Frage kommen?

Woods: Für unser diversifiziertes Portfolio mit 70 bis 90 Aktien muss es sich zwingend um Unternehmen mit dauerhaften, langfristigen Wettbewerbsvorteilen handeln. Salopp gesprochen: Es sollte sich um die einzige Bäckerei im weiten Umkreis handeln, die ihre Brötchen nicht zu einem lauwarmen, sondern einem heißen Preis verkaufen kann. In genau solchen Fällen wollen wir vom jeweiligen Geschäft einen Teil abhaben. Insbesondere dann, wenn das Unternehmen nicht nur mit hohen Gewinnmargen, sondern auch mit Alleinstellungsmerkmalen aufwartet, die Mitbewerber weit hinter sich lassen. Es kann sich hierbei um Unternehmen handeln, die zum günstigsten Preis in ihrer Branche bei höchster Qualität produzieren. Oder um Unternehmen, die den Markt dominieren und – am besten – vor sich hertreiben. Letztlich sind es stets die sehr guten Zukunftsperspektiven, die als Grundlage für potenziell hohe und nachhaltige Renditen dienen.

Könnten Sie ein Beispiel nennen?

Woods: Der Hersteller von Swimmingpool-Produkten Poolcorp hat einen Marktanteil von 40 Prozent in den USA. Das Unternehmen ist größer als seine drei nächsten Konkurrenten zusammengenommen. Poolcorp hat 100.000 Kunden und 2.500 Lieferanten. Aufgrund der geballten Marktkraft, die der Ausrüster über die Jahre erreicht hat, haben es neue Firmen mit einem ähnlichen Geschäftsmodell sehr schwer, sich gegen Poolcorp am Markt zu behaupten.

Welche Sektoren haben Sie bei Anlagen in Small Caps besonders im Blick?

Woods: Vor allem jene, in denen Unternehmen hart kämpfen müssen, um sich gegenüber ihren Mitbewerbern durchzusetzen. Zu diesen Sektoren zählen nicht unbedingt Versorger und Banken. Denn Versorger zum Beispiel werden von der öffentlichen Hand reguliert, sie sind im Allgemeinen angehalten, nur niedrige Gewinne zu erzielen. Technologie und Gesundheit sind hingegen Sektoren, in denen sich Unternehmen frei bewegen und über lange Zeiträume hohe Gewinne einfahren können. Daher finden wir dort attraktive Investitionsmöglichkeiten. Generell stehen für uns aber nicht unbedingt Sektoren im Vordergrund. Entscheidend sind vielmehr die Wettbewerbsvorteile der einzelnen Unternehmen.