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Goldman Sachs hat 27 Milliarden US-Dollar weniger zur Verfügung: Die Asset-Management-Sparte ist jetzt nur noch 1,3 Billionen US-Dollar schwer | © Getty Images

Starker Kapitalabfluss Goldman Sachs Asset Management verliert 27 Milliarden US-Dollar

Die Wall-Street-Bank Goldman Sachs muss herbe Verluste hinnehmen. Am Montag kursierte die Nachricht, dass Investoren seit Januar rund 27 Milliarden US-Dollar aus dem Fondsgeschäft abgezogen haben. Die Bank spricht von einer falschen Darstellung.

11.07.2017 - 14:11 Uhr | Von:  in Research

Gestützt auf Informationen des US-Analysehauses Morningstar, berichtete die Financial Times am Montagmorgen von einem erheblichen Kapitalabfluss bei der US-Investmentbank Goldman Sachs. Seit Jahresbeginn entnahmen die Geldgeber 26,7 Milliarden US-Dollar (23,4 Milliarden Euro) aus dem Fondsgeschäft.

Im Morningstar-Branchenvergleich steht Goldman Sachs damit am schlechtesten dar. Den vorletzten Platz belegt in dem Ranking der US-Finanzdienstleister Federated Investors, dessen Geldgeber im gleichen Zeitraum nur halb so viel Kapital abgezogen hatten. 

GS-Sprecher hält Ergebnis für irreführend

Ein Sprecher von Goldman Sachs erklärte auf Anfrage der Financial Times: Das Ergebnis sei aufgrund eines erhöhten Anlegerinteresses an Geldmarktfonds verfälscht und stelle nicht den realen Kapitalfluss des Goldman Sachs Asset Managements (GSAM) dar. „Es liegt in der Natur von Geldmarktfonds, irreführende kurzfristige Momentaufnahmen abzubilden, die weder unser Unternehmen noch die Langzeit-Performance eines Fonds widerspiegeln“, zitiert die Wirtschaftszeitung den Vertreter. Würde man die derzeit beliebten Geldmarktfonds in dieser Statistik nicht berücksichtigen, hätte der Asset-Management-Bereich hingegen einen Kapitalzufluss erlebt, führte der GS-Sprecher aus.

Die Meldung kommt für Goldman Sachs sehr ungelegen, denn eigentlich hatte das Unternehmen seine Asset-Management-Sparte ausbauen wollen, um seine Geschäfte zu diversifizieren. Insbesondere Ertragsverluste im traditionellen Investment Banking sollten damit ausgeglichen werden.

Neue Abflüsse ziehen GSAM tiefer ins Minus

Zuletzt hatte Martin Chavez, Chief Financial Officer bei GSAM, im Frühjahr verlauten lassen, dass das Asset Management des Unternehmens Schwäche zeige. Im ersten Quartal 2017 fielen die Umsätze bereits um sieben Prozent. 2016 waren die Erträge der momentan 1,3 Billionen US-Dollar (1,14 Billionen Euro) schweren Sparte bereits um 17 Prozent gefallen.

Insgesamt beschäftigt die Investmentbank innerhalb ihrer 1988 gegründeten Asset-Management-Sparte mehr als 800 Analysten in 31 Ländern. Der Bereich ist vor allem auf die Risikobudgetierung und -optimierung spezialisiert. Weitere Investmentservices beinhalten Fixed-Income-Anlagestrategien, Public und Private Equity, Rohstoffhandel sowie Hedge-Fund-Lösungen und Immobilien.

Um sich gegenüber Mitbewerbern am Markt einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen, konzentriert sich GSAM in der jüngsten Vergangenheit zusätzlich darauf, sich im Bereich Smart-Data weiterzuentwickeln. GSAM sammelt dabei zunächst eine große Menge an unstrukturierten Daten (Big Data), und analysiert und strukturiert die Informationen. Anschließend können Analyse-Kriterien entwickelt und Investment-Möglichkeiten aufgedeckt werden (Smart Data).