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Experten

Swisscanto Invest
Swisscanto-Portfoliomanager Fabian Ackermann aus dem Asset Management der Zürcher Kantonalbank.

Swisscanto-Portfoliomanager Fabian Ackermann im Interview „Wir instrumentalisieren Volatilität für unsere Fonds“

Das Stichwort Volatilität ist in aller Munde – doch die Schwankungen an den Finanzmärkten haben nicht nur schlechte Seiten. Wie sich Anleger Kursschwankungen zunutze machen können erklärt Fabian Ackermann aus dem Asset Management der Zürcher Kantonalbank.

01.11.2016 - 12:00 Uhr

multiasset.com: Als Leiter Rule based Solutions im Asset Management der Zürcher Kantonalbank und stellvertretender Portfoliomanager des Aktienfonds Swisscanto (LU) Equity Fund Systematic Volatility beschäftigen Sie sich täglich mit Investitionsstrategien in volatilen Märkten, und zwar mit besonderem Augenmerk auf der Wissenschaft. Wie genau sieht Ihre Arbeit aus?

Fabian Ackermann: Wir testen wissenschaftlich plausibilisierte Investitionsstrategien auf Praxistauglichkeit. Die Frage ist, ob sie sich umsetzen lassen und ob sie auch nach Transaktionskosten profitabel sind. Nur praxistaugliche Strategien werden letztlich in unseren Fonds umgesetzt. Um eine möglichst robuste Performance zu erzielen, kombinieren wir immer verschiedene Strategien. Die Umsetzung selbst erfolgt nach systematischen Regeln. So vermeiden wir emotionale Entscheidungen.

Ihrer Meinung nach kann Investieren auch in volatilen Märkten Spaß machen und Anlegern hohe Renditen bescheren. Warum ist das so?

Ackermann: In volatilen Märkten steigt das Absicherungsbedürfnis der Investoren. Um Risiken zu vermeiden zahlen sie hohe Prämien. Unser Volatilitätsfonds profitiert davon, in dem er diese Prämien vereinnahmt.

Der Swisscanto (LU) Equity Fund Systematic Volatility ist speziell auf volatile Marktphasen ausgerichtet. Welchen Investitionsansatz verfolgen Sie bei dem Fonds?

Ackermann: Unser Investitionsansatz beruht auf drei Säulen. Mit der ersten Säule „Short Vol“ wollen wir die Unsicherheit von Investoren hinsichtlich des aktuellen Marktumfeldes durch systematisches Schreiben von Optionen ausnutzen. Die zweite Säule „Volatilitäts-Arbitrage“ generiert basierend auf Differenzen in der kurz- und langfristigen Volatilität sowie zwischen Regionen Renditen. Mit dem dritten Pfeiler „Konvexität“ versuchen wir, von steigender Volatilität in Stresssituationen zu profitieren.

Jede Strategie hat Stärken und Schwächen. Beispielsweise wird im Zuge des Schreibens von Optionen in fast jeder Marktlage Geld verdient, mit Ausnahme von unvorhergesehenen Krisen. Hier kommt unser Drei-Säulen-Ansatz zum Tragen, weil in der Kombination das Risiko deutlich reduziert wird. Die Gewichtung der Positionen wird so gewählt, dass sich die Strategien optimal diversifizieren und möglichst unabhängig vom Marktumfeld eine positive Rendite erzielen.