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Experten

BlackRock
US-Präsident Donald Trump  | © Getty Images

Trumps Wirtschaftspolitik Ein Segen für Aktienanleger mit Europa-Fokus

US-Präsident Donald Trump sorgt mit seiner politischen Agenda weltweit für Irritationen. Dabei könnten seine Pläne auch bei europäischen Aktien für Rückenwind sorgen. David Nolten, Sales Manager bei BlackRock, nennt die Gründe.

02.02.2017 - 10:12 Uhr | Von: 

Kaum ein Tag, an dem Donald Trump uns nicht ein frisch unterzeichnetes Dekret in die Kamera hält. Für mich ist klar: Er will als US-Präsident ernst machen mit seinen Ankündigungen aus dem Wahlkampf. TPP – das bereits verabschiedete Freihandelsabkommen mit den Pazifikanrainerstaaten – gekündigt, TTIP-Verhandlungen gestoppt, umstrittene Öl-Pipelines genehmigt, die Mauer zu Mexiko angeordnet. Das ist seine Bilanz nach nur einer Woche Amtszeit.

In Europa reiben sich Marktbeobachter noch immer die Augen. Und nicht wenige befürchten Schlimmes für die europäische Wirtschaft – insbesondere, wenn Trump tatsächlich auch noch Strafzölle verhängt. Europas exportorientierte Wirtschaft könnte Schaden nehmen, nachdem sie so oder so auch schon die Brexit-Folgen zu verdauen hat. Wird der selbsternannte „Supertrump“ mit seinem Schlachtruf „America first“ europäische Unternehmen und ihre Aktionäre erzittern lassen?

Ich glaube nicht. Trumps Agenda kann europäischen Aktien sogar Rückenwind verleihen. Sein Kurs verstärkt die reflationären Tendenzen – mit positiven Folgen für das globale Wirtschaftswachstum. Das könnte sich nach Big Data-Analysen unseres BlackRock-Investment Institutes (BII) ohnehin besser entwickeln als allgemein angenommen. Ich habe im Jahresausblick des BII für 2017 einen interessanten Chart gefunden. Grün ist die Linie der Prognosen des globalen Wirtschaftswachstums nach der Methodik des BII, blau die aktuellen Konsensschätzungen des britischen Research-Unternehmens Consensus Economics.

Übertriebener Pessimismus ist nicht angebracht

BlackRock-Prognose für das Wirtschaftswachstum in den G7-Staaten

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Außerdem: Neben einer schneller wachsenden Weltwirtschaft würde auch ein schwächerer Euro, der sich bei den doch stark abweichenden Kursen der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) und der Europäischen Zentralbank (EZB) abzeichnet, den europäischen Exporteuren helfen. Das große Fragezeichen ist die Wirkung möglicher Schutzzölle, die Trump einführen könnte. Ihnen könnte sich allerdings die Welthandelsorganisation WTO, in der auch die USA Mitglied sind, in den Weg stellen. Grundsätzlich müssen sich die USA an deren Regeln halten – auch unter Trump.

Europäische Aktien sind also für 2017 vielleicht gar keine so schlechte Anlageoption. Zumal auch die Bewertungen noch nicht die Regionen wie in den USA erreicht haben. Übrigens könnte uns womöglich auch eine Zeit bevorstehen, in der sich Investitionen in aktive Fonds wieder besonders deutlich auszahlen. Denn welche europäischen Unternehmen tatsächlich unter dem Protektionismus Trumps leiden und welche eher vom globalen Wachstum und dem schwachen Euro profitieren, dürfte zur entscheidenden Frage für Anleger werden.

 

David Nolten, Sales Manager bei BlackRock

Hinweis: Diese News ist eine Mitteilung des Unternehmens und wurde redaktionell nur leicht bearbeitet.