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Ein Traditionsgeschäft in Chicago, Illinois gibt Anfang Juli 2017 auf: Bei Steuersenkungen und Infrastrukturprogramm keinerlei Fortschritte zu sehen  | © Getty Images

US-Markt Trumponomics und Inflation lassen auf sich warten

Die politischen Pläne von Donald Trump erweisen sich als Aktivismus, lediglich bei der Deregulierung gibt es Fortschritte. Während die Preisteuerung ausbleibt, dürften solide Unternehmensgewinne und die lockere Geldpolitik der Notenbanken die Finanzmärkte bis zum Jahresende weiter stützen.

11.07.2017 - 14:13 Uhr | Von:  in Märkte

Die Wahl von Donald Trump zum 45. Präsidenten der USA weckte bei vielen Marktteilnehmern die Erwartung, dass er frischen Wind in die US-Wirtschaft bringen würde. Doch es hat sich gezeigt: Die ersten 100 Tage seiner Amtszeit waren von Aktivismus geprägt. Wegen der weiterhin lockeren Geldpolitik der US-Notenbank hatten die Marktteilnehmer eigentlich ein Reflationsszenario erwartet: Das entsprechende Umfeld mit steigenden Preisen und günstigen Konjunkturaussichten ist aber ausgeblieben. Der schwache Ölpreis spricht eine deutliche Sprache: Von Trumponomics und Inflation keine Spur.

Vor sechs Monaten sah das Bild noch anders aus. Donald Trumps Ideen eines ehrgeizigen Konjunkturprogramms für die US-Wirtschaft stimmten viele Analysten zuversichtlich. „Die neue US-Regierung hat jedoch in dieser Hinsicht wenig erreicht“, konstatiert Christophe Bernard, Vontobel-Chefstratege. „So sind weder bei den Steuersenkungen noch bei dem geplanten Infrastrukturprogramm Fortschritte zu erkennen. Fairerweise muss man jedoch zugeben, dass die US-Regierung bei der Deregulierung deutlich vorangekommen ist. So kann sich neben den Bereichen Energie, Bauwesen und Versorgung demnächst auch der Bankensektor umfangreicher Deregulierungen erfreuen“, so Bernard weiter.

Das Bild der konjunkturellen Entwicklung der USA bleibt dennoch getrübt. Vontobel hat daher die Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in den USA für 2017 von 2,5 auf 2,2 Prozent gesenkt.

IWF senkt BIP-Erwartungen für die USA

Die Bank folgt damit dem Internationalen Währungsfonds (IWF), der seine Prognosen für das Wirtschaftswachstum der USA im laufenden und kommenden Jahr nach unten korrigiert hat. Der IWF rechnet für 2017 und 2018 nun mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von je 2,1 Prozent. Im Rahmen seines Weltwirtschaftsausblicks hatte der IWF im April noch Wachstumsraten von 2,3 und 2,5 Prozent erwartet.

Warum sieht der IWF die wirtschaftliche Entwicklung der USA kritisch? „Das Wirtschaftsmodell der USA funktioniert nicht so gut wie es könnte“, stellen die IWF-Analysten fest. „Verglichen mit der historischen Performance war das Wachstum in den vergangenen Jahren zu niedrig und zu ungleich verteilt.“ Wie der IWF weiter ausführt, leiden die USA unter einer wachsenden öffentlichen Verschuldung, einem 10 bis 20 Prozent überbewerteten US-Dollar und einer markant verschlechterten internationalen Investmentposition.