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Experten

Kames Capital
8. März 2018: US-Präsident Donald Trump unterzeichnet im Weißen Haus unter Anwesenheit von Metallarbeitern ein Dekret zu Strafzöllen auf Stahl und Aluminium  | © Getty Images

US-Strafzölle auf Stahl und Aluminium „Die langfristigen Folgen sind schwer abschätzbar“

US-Präsident Donald Trump macht seine Drohung wahr und erhebt künftig Einfuhrzölle auf Stahl und Aluminium. Welche Auswirkungen hat die protektionistische Handelspolitik auf die Weltwirtschaft? Eine Einschätzung von Jordy Hermanns, Multi-Asset-Experte bei Kames Capital.

09.03.2018 - 14:54 Uhr | Von: 

US-Präsident Donald Trump hat die lange angekündigten Strafzölle in Höhe von 25 Prozent auf Stahl und 10 Prozent auf Aluminium beschlossen. Bei einer Zeremonie im Weißen Haus sagte Trump, die Zölle sollen die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten bewahren und die US-Wirtschaft schützen. Im Januar wurden bereits Zölle auf Solarpanele und Waschmaschinen angekündigt.

Der Schutz der US-Stahlindustrie vor ausländischer Konkurrenz genießt für die Trump-Administration höchste Priorität. Daher kam die Meldung über den Beschluss der Zölle nicht überraschend. Trump hatte bereits im vergangenen Jahr im US-Handelsministerium eine Untersuchung über die Auswirkung der Stahl- und Aluminiumimporte auf die nationale Sicherheit in die Wege geleitet. Die Ergebnisse wurden Anfang des Jahres veröffentlicht. Sie belegen, dass die Praktiken der Handelspartner in der Stahl- und Aluminiumindustrie die nationale Sicherheit der USA gefährden. Daraufhin hat das Handelsministerium dem US-Präsidenten Empfehlungen für Abhilfemaßnahmen unterbreitet. Unter anderem empfahl es, sämtliche Einfuhren von Stahl und Aluminium mit Zöllen in Höhe von mindestens 24 beziehungsweise 8 Prozent zu belegen.

Rückenwind für die US-Stahlindustrie

Die Zölle geben der US-Stahlindustrie Rückenwind. Andere, von Stahlimporten abhängige Branchen wie den Bau- und Automobilsektor könnten sie jedoch vor neue Herausforderungen stellen. Die kurzfristigen gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen der handelsfeindlichen Politik dürften begrenzt sein, da die Stahl- und Aluminiumimporte zusammen nur etwa 2 Prozent aller Warenimporte in die USA ausmachen. Doch die mittel- und langfristigen Folgen sind schwer abzuschätzen.

Vor allem die Reaktionen anderer Länder, die zu Vergeltungsmaßnahmen greifen und ebenfalls Strafzölle verhängen könnten, sind kaum prognostizierbar. Zudem bleibt unklar, ob die Trump-Administration weitere Zölle erheben wird. In diesem Fall wird sich das Handelsklima voraussichtlich stark abkühlen, mit entsprechenden Folgen für den globalen Handel und das weltweite Wirtschaftswachstum.

Die Aktien von Stahl- und Aluminiumherstellern verzeichneten bereits nach der Ankündigung der Strafzölle Kursgewinne. Ansonsten kam es am Markt aus Furcht vor einer Eintrübung des Handelsklimas zu Kursverlusten.

Wir werden die Entwicklung des Welthandels und die weltweiten Folgen der US-Strafzölle für Unternehmen, Branchen und makroökonomische Daten sorgfältig beobachten. Die aktuellen Entwicklungen an den Märkten passen unseres Erachtens zu der allgemein steigenden Volatilität. Eine Anpassung unseres gesamtwirtschaftlichen Ausblicks halten wir jedoch nicht für erforderlich. Daher bleiben wir bei unserem Basisszenario und rechnen damit, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2018 weiter wachsen wird. Zudem gehen wir davon aus, dass die Kursschwankungen an den Finanzmärkten angesichts politischer Ereignisse und Kurswechseln in Sachen Geldpolitik zunehmen werden. Nach unserer Einschätzung werden die Märkte Chancen für eine aktive Portfolioverwaltung und die Erzielung von Wertzuwachs zutage fördern.

Hinweis: Diese News ist eine Mitteilung des Unternehmens und wurde redaktionell nur leicht bearbeitet.