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Donald Trump mit dem irischen Ministerpräsidenten Leo Varadkar (li.) und seiner Frau Melania | © Getty Images

US-Strafzölle „Für Deutschland zunächst kein großes Problem“

Unmittelbar nach der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten war an den Finanzmärkten die Rede vom „Trump Trade“. Mit den Importzöllen auf Stahl und Aluminium könnte diese Bezeichnung nun eine ganz neue Bedeutung bekommen.

21.03.2018 - 12:05 Uhr | Von: 

Nach der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten schossen die Börsenkurse regelrecht in die Höhe. Die Aussicht auf unternehmensfreundliche Steuern, erhöhte Staatsausgaben und weniger Regulierung stimmte Anleger freundlich.

Im Jahr 2018 erfüllt Trump jedoch ein Wahlversprechen, das in Investorenkreisen nicht besonders geschätzt wird: Der Neuausrichtung der US-Handelspolitik. Entgegen der Ratschläge seiner Wirtschaftsberater erhebt der US-Präsident künftig Importzölle auf Alu-und Stahlimporte. Der Begriff „Trump Trade“ könnte künftig eher für einen US-Handel auf Sparflamme stehen.

Präzedenzfall in der Handelspolitik

Dass die Erhebung von weltweiten Zöllen eigentlich gegen die WTO-Regeln verstößt, umgeht der US-Präsident mit einem Schlupfloch in den Verträgen der globalen Handelsorganisation. Er begründet die Importe von Stahl und Aluminium mit der Bedrohung für die „nationale Sicherheit“ in den USA. Dafür ist eine extreme Dehnung des Begriffs der „nationalen Sicherheit“ notwendig. Trump schafft mit diesem Vorgehen einen gefährlichen Präzedenzfall und verhöhnt gleichzeitig das sorgsam geknüpfte Netz an globalen Handelsbeziehungen.

Eine unfaire Behandlung der USA im Welthandel ist jedoch nicht völlig von der Hand zu weisen. Unter dem Strich erheben die USA im Schnitt nur 3,8 Prozent Zölle auf Importe. Die Europäische Union (EU) kalkuliert mit 5,2 Prozent.

Für die Unternehmen in den USA sind die neuen Importzölle eine Art süßes Gift. Kurzfristig könnten sie die Gewinne in der Stahlindustrie steigen lassen, da der Konkurrenzdruck aus dem Ausland abnimmt. Der Anreiz für US-Unternehmen, im internationalen Vergleich wettbewerbsfähiger zu werden, sinkt allerdings. Um langfristig auf dem Weltmarkt bestehen zu können, ist eine höhere Effizienz für die in die Jahre gekommene US-Stahlindustrie aber eigentlich dringend nötig.