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Experten

BlackRock
Donald Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos: Die Rede des US-Präsidenten besänftigte europäische Politiker | © Getty Images

Währungsanalyse US-Dollar schwächelt trotz Trump-Offensive

US-Präsident Donald Trump hat in seinem Wahlkampf immer und immer wieder versprochen, den US-Dollar zu stärken. Doch es kam anders. Martin Lück, Chef-Investmentstratege bei BlackRock, nennt die Gründe.

31.01.2018 - 14:58 Uhr | Von: 

Wer hätte das gedacht: Donald Trump wollte sich beim Weltwirtschaftsforum vergangene Woche nicht wie im Vorjahr, als er in Davos fehlte, von seinem chinesischen Amtskollegen die Show stehlen lassen. Der US-Präsident machte sich auf den weiten Weg von Washington nach Davos. Weit ist dieser Weg nicht nur in Kilometern, sondern auch gemessen am ideologischen Abstand zwischen dem US-Präsidenten und den vom Welthandel profitierenden Konzernlenkern und Staatschefs Europas und Asiens.

Trumps Auftritt am vergangenen Freitag in Davos war mit Spannung erwartet worden. Gemessen an der gewohnt scharfen Rhetorik des US-Präsidenten war die geradezu diplomatisch formulierte Davos-Rede aus der Feder des ehemaligen Investmentbankers Gary Cohn so beruhigend, dass sich im Anschluss einige sonst als besonnen geltende Konzernchefs Trump geradezu zu Füßen warfen.

Trumps Stippvisite in Davos fällt zusammen mit einer Schwächephase des US-Dollars. Erinnern wir uns: Während seines Wahlkampfs im Jahr 2016 hatte Trump noch getönt, unter seiner Führung werde der US-Dollar wieder zu angemessener Stärke zurückfinden.

Warum schwächelt der US-Dollar?

Spätestens nach der Amtseinführung im Januar 2017 muss jemand dem Präsidenten erklärt haben, dass ein starker US-Dollar nicht uneingeschränkt gut für die US-Wirtschaft ist. In seinen folgenden Reden reklamierte Trump nämlich das Recht auf einen schwachen Dollar für die US-Wirtschaft.

Interessant ist, dass trotz der zuletzt starken Wachstumsdaten der US-Wirtschaft und der angekündigten Steuersenkungen die US-Leitwährung zu Jahresbeginn geschwächelt hat. Preisen hier Marktteilnehmer schon ein Leistungsbilanzdefizit ein, etwa als Folge von im Zuge der Steuerreform steigenden Importen oder wachsender Verschuldung?