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Experten

BlackRock
Ramin Gholami ist Vertriebsexperte bei BlackRock

Wenn Niedrigzins auf Inflation trifft Rein in die Sachwerte!

Es wird eng für Sparer: Staatsanleihen werfen nach wie vor kaum Renditen ab und die Inflationsraten steigen. Dadurch schmelzen Bankguthaben zusammen. Was tun? BlackRock-Vertriebsexperte Ramin Gholami schlägt Alternativen vor.

13.04.2017 - 13:24 Uhr | Von: 

Wir wissen ja alle: Deutsche Sparer favorisieren hartnäckig liquide und festverzinsliche Anlagen – und haben es nicht so mit Aktien. Seit Jahrzehnten und von vielen Seiten wird die mangelnde Liebe der Deutschen zu den Wertpapieren beklagt. Ich bin der Meinung, dass es jetzt jedoch keine Ausreden mehr gibt, auch in Sachwerte, insbesondere Aktien, zu investieren und Cash-Positionen abzubauen.

Die Lage ist wirklich ernst: Nach jahrelanger Furcht vor Deflation ist die Inflation in den letzten Monaten kontinuierlich gestiegen. Zuletzt haben die jeweiligen nationalen Statistikbehörden im Februar in Deutschland 2,2 Prozent und in den USA sogar 2,7 Prozent gemeldet. Die Ölpreise sind besonders deutlich gestiegen. Mein persönlicher Index: Zu Jahresbeginn 2016 konnte ich noch für durchschnittlich 1,20 Euro den Liter Super Benzin tanken. Aktuell zahle ich rund 1,40 Euro.

EZB-Prognose: 2 Prozent Inflation bis Ende 2019

Die gestiegenen Inflationsraten sind aus Sicht der Europäischen Zentralbank (EZB) kein Problem für die Volkswirtschaften. Ganz im Gegenteil: Die Notenbanker sehen die Entwicklung vielmehr als Einpendeln auf gesundem Niveau. Ihre Prognose liegt bei einer stabilen Inflation von knapp 2 Prozent bis Ende 2019.

Knapp 2 Prozent Inflation sind kein Problem für die EZB, die auch die Stärkung der Wirtschaft in der gesamten Eurozone im Blick hat. Für Anleger ist die Teuerungsrate jedoch sehr wohl ein Problem. Jedenfalls im heutigen Umfeld bei Nullzinsen. Denn im Gegensatz zu Zeiten, in denen sich die Zentralbanken allein der Geldwertstabilität verpflichtet hatten, können wir aktuell nicht mit einer signifikanten Zinserhöhung rechnen. Das andere Ziel der EZB, die Unterstützung der wirtschaftlichen Entwicklung in Problemländern, wird noch eine ganze Weile dagegensprechen.

Damit wird die Geldentwertung zumindest für den klassischen Sparer zum ernsten Problem – mehr noch als in den vergangenen Jahren mit einer fast vernachlässigbaren Inflation. Die Kaufkraft schmilzt dahin, wenn Sparkonto, Festgeld oder Staatsanleihen so gut wie keine Zinserträge und damit Inflationsausgleich abwerfen.