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Vor wenigen Tagen: Malaysias Polizei gibt den Fund von 30 Millionen US-Dollar in einem Luxusapartement des früheren Staatschefs Najib Raza bekannt.  | © Getty Images

Wirtschaftsentwicklung in Malaysia Rückbesinnung auf die eigene Souveränität

Malaysias Wirtschaftswachstum kommt glänzend voran. Nach dem Regierungswechsel sollen allerdings Projekte mit ausländischen Partnern überdacht werden. Das Land fürchtet insbesondere Chinas übergroßen Einfluss.

12.06.2018 - 09:00 Uhr | Von:  in Märkte

Jüngste Konjunkturzahlen aus Malaysia zeigen ein sehr ordentliches Wachstum: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im 1. Quartal im Vorjahresvergleich um 1,4 Prozent gestiegen, nach 1,0 Prozent im Vorquartal. Auch die Industrieproduktion kommt gut voran. Sie hat im April zum Vorjahr einen Sprung um 4,6 Prozent gemacht, nach einem Plus von 3,1 Prozent im März.

Noch besser fallen die aktuellen Importzahlen aus: Im April sind die Einfuhren des Landes um 9,1 Prozent geklettert. Volkswirte hatten lediglich 3,8 Prozent erwartet. Die Exporte wiederum fielen im April sogar zweistellig aus: Sie legten um 14,0 Prozent (Prognose: +6,3 Prozent) im Vorjahresvergleich zu.

Der Aktienindex von Malaysia spiegelt den Aufschwung derzeit nicht: Nach seiner kräftigen Erholung ab Dezember 2017 ist der FTSE Bursa Malaysia KLCI Index seit Ende Mai wieder fast auf das Niveau vom Dezember des vergangenen Jahres zurückgefallen.

Politischer Umbruch sorgt für Unsicherheit

Kürzlich hatte in dem mehrheitlich muslimischen Malaysia ein politischer Umbruch für Unruhe gesorgt. Drei Kandidaten buhlten um die Gunst der Massen. Der eine ist im Rentenalter, der zweite saß im Knast, der dritte hortete Geld – und alle drei ringen um die Macht“, umschrieb tagesschau.de das Polit-Drama.

Überraschend zum neuen Ministerpräsidenten wählten die Malaysier, deren Durchschnittsalter bei 28 Jahren liegt (Deutschland: 42 Jahre), schließlich den 92-Jährigen Mahathir bin Mohamed. Er hatte Malaysia schon einmal 22 Jahre lang (1981 bis 2003) als Premier regiert und genießt hohes Ansehen im Land. Die 31 Millionen Malaysier setzten damit ein klares Zeichen gegen die Korruption der Regierungspartei im Land. Anstoß nahmen die Wähler vor allem an der Personalunion von Premier- und Finanzminister, die offenbar zum Gedeihen der Korruption in Malaysia beigetragen hatte.