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Experten

BlackRock
Börsentafel in Tokio: Viele institutionelle Anleger wenden sich aus Kosten- und Fungibilitätsgründen Anleihe-ETFs zu | © Getty Images

Zunehmend unverzichtbar Darum sind Anleihe-ETFs aus der Beratung nicht wegzudenken

In diversifizierten Portfolios auch Bonds zu berücksichtigen, ist unverzichtbar. Doch ein veränderter Sekundärmarkt treibt Aufwand und Kosten in die Höhe. Anleihe-ETFs können helfen.

24.07.2018 - 15:47 Uhr | Von: 

Für Anleger – private wie professionelle – ist es im Aktienbereich prinzipiell leicht, diversifizierte Portfolios aus Einzeltiteln aufzubauen. Im Anleihebereich war das schon immer schwer, da die Zuteilungen am Primärmarkt in der Regel unter wenigen Playern ausgemacht werden. Zudem sind die Stückelungen im Handel am Sekundärmarkt oft sehr groß.

In den vergangenen Jahren hat sich die Situation am Anleihemarkt noch einmal deutlich verschärft. Durch die veränderten regulatorischen Vorgaben halten Banken immer weniger Bonds und füllen ihre traditionelle Rolle als „Market Maker“ am Sekundärmarkt immer weniger aus. In der Folge sinkt die Liquidität, wodurch sich die Spreads in vielen Anleihesegmenten ausweiten. Selbst für institutionelle Anleger übersteigen die Kosten für aufwendiges Trading und die durch hohe Spreads getriebenen Preise oft den Ertrag.

Was also tun, wenn man auf Anleihen als Diversifikator nicht verzichten will? Viele institutionelle Anleger wenden sich aus Kosten- und Fungibilitätsgründen zunehmend Anleihe-ETFs zu. Mit dem deutlich wachsenden Volumen sinken die Spreads für den ETF-Erwerb immer weiter und sind heute oft bereits deutlich attraktiver als bei Einzeltiteln.

Granular in Anleihen investieren

Die Entwicklung neuer ETF-Produkte bietet vielfältige Möglichkeiten, granular in Anleihen zu investieren. Heute lassen sich beispielsweise mit variablen Durationen alle gewünschten Schwerpunkte und Diversifikationsziele realisieren. Möglich ist dies unter anderem dadurch, dass ETFs ähnlich wie im Aktienbereich zwar replizierend, aber nicht voll replizierend sind. Das „Sampling“ genannte Verfahren beruht darauf, dass ein ETF mit weniger Titeln als der Vergleichsindex auskommt und dennoch dessen Risiko-Rendite-Profil möglichst vollständig nachbildet. Besonders Anleihen, die nicht handelbar sind oder deren Spreads den Kauf zu Lasten der Performance teuer machen, werden außen vor gelassen.

„Es kann passieren, dass wir bei Auflegung eines neuen ETFs mit etwa 10 Prozent der im Index enthaltenen Titel starten. Dies war im November 2017 beim iShares Global Aggregate Bond UCITS ETF der Fall. Mit unserer Risiko- und Portfoliomanagement-Plattform Aladdin sind wir wie kaum ein anderer in der Lage, mit gesampelten Anleiheportfolios dennoch die Index-Performance möglichst perfekt nachzubilden“, sagte ETF-Spezialist David Schnautz jüngst auf der iShares-Investmentkonferenz in Frankfurt.