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Größtes Renditepotenzial bei Schwellenländeraktien

30.01.2020 10:15 Uhr |

Aktienrenditen dürften sinken

Auch Aktienanleger sollten sich in den kommenden zehn Jahren auf moderatere Renditen einstellen. Wir befinden uns in der Spätphase des Konjunkturaufschwungs. In den kommenden Jahren werden wir vermutlich in eine Rezession gleiten. Das muss nicht unbedingt in einer Katastrophe für die Aktienmärkte enden. Es wird aber voraussichtlich größere oder kleinere Kursrückgänge geben, bevor Aktien wieder in ruhigeres Fahrwasser kommen.

Hinzu kommt: Auf Phasen mit sehr hohen Renditen folgen in der Regel Phasen mit niedrigeren Renditen. Man bezeichnet dies als Rückkehr zum Mittelwert (Mean Reversion). Aktien haben demnach die Tendenz, langfristig zu ihrer Durchschnittsrendite zurückzukehren. Man könnte auch sagen, dass Aktien an einer Art Gummiband hängen. Um bei diesem Bild zu bleiben: Im vergangenen Jahrzehnt mit Renditen über dem historischen Durchschnitt hat sich dieses Gummiband sehr stark ausgeweitet.

Schwellenländer machen Boden gut

Auf 10-Jahres-Sicht sehen wir das größte Renditepotenzial bei Schwellenländeraktien. In den vergangenen Jahrzehnten ist der Anteil der Schwellenländer an der Weltwirtschaft immer mehr gestiegen. Wir gehen davon aus, dass sich diese Entwicklung im kommenden Jahrzehnt fortsetzen wird. Als Anleger sollte man sich jedoch bewusst sein, dass Schwellenländeraktien auch einem höheren Risiko unterliegen.

Finanzielles Experiment kann nach hinten losgehen

Doch Anleger sollten vorsichtig bleiben: Die historisch lockere Geldpolitik der Zentralbanken seit der Finanzkrise ist das weltgrößte finanzielle Experiment, das durchaus negative Konsequenzen haben kann: Zwar hat die Geldpolitik der Zentralbanken im vergangenen Jahrzehnt für Rückenwind gesorgt. Auf längere Sicht kann sie aber auch negative Folgen haben. So haben die Zentralbanken jetzt viel weniger Munition auf Lager, um künftige Krisen zu bewältigen. Zusätzlich gibt es vermutlich noch andere Konsequenzen, die wir bisher noch gar nicht auf dem Schirm haben. Die zukünftige Geldpolitik stellt in den kommenden zehn Jahren zweifellos einen gewichtigen Unsicherheitsfaktor dar.