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Xian, China: Das Konsumverhalten der Chinesen ändert sich weg von rabattgierig hin zu edlen Marken | © Getty Images

Ausblick 2020 Warum China mehr Bedeutung im Portfolio verdient

Das chinesische Wirtschaftswachstum dürfte sich 2020 und in den Jahren danach auf einem niedrigeren aber vergleichsweise immer noch hohen Niveau stabilisieren. Das Angebot an qualitativ hochwertigen börsennotierten Unternehmen in China wächst, beobachtet UBS AM.

14.01.2020 - 11:31 Uhr | in Artikel

Chinesische Wertpapiere tauchen in vielen Anlegerportfolios im Rahmen der Schwellenländerallokation auf. Dies werde dem heutigen Status Chinas nicht mehr gerecht, meint UBS AM und sieht zunehmend Gründe, dass das Land eine eigenständige Position im Anlagemix ausmachen sollte. Dafür spricht nicht nur die Bedeutung des bevölkerungsreichsten Landes als zweitgrößte Volkswirtschaft, zweitgrößtes Ziel ausländischer Direktinvestitionen und größte Handelsnation der Welt. Auch das zwar etwas abgeschwächte aber im Vergleich immer noch sehr dynamische Wirtschaftswachstum, die Neuorientierung der Wirtschaft sowie eine führende Position in neuen Industrien wie Robotik oder Elektroautos lassen China aus der Welt der Emerging Markets hervorstechen.

Chinas Regierung schafft neue Wirtschaftsimpulse

Auch 2020 dürfte sich die chinesische Erfolgsstory fortsetzen. Schätzungen der OECD zufolge soll die Wirtschaft im laufenden Jahr um 5,8 Prozent wachsen. „Chinas Wirtschaft befindet sich in einer L-förmigen Erholung. Wir erwarten, dass sich das Wachstum in den kommenden Jahren bei 5,8 bis 6,0 Prozent stabilisiert“, sagt Hayden Briscoe, Leiter Fixed Income Asia Pacific bei UBS Asset Management. Die stimulierenden Maßnahmen der Regierung aus dem vergangenen Jahr sollten sich langsam in der Realwirtschaft niederschlagen. Auch in diesem Jahr rechnet Briscoe mit geldpolitischer oder fiskalischer Unterstützung. „Im ersten Halbjahr dürfte die People’s Bank of China die Zinsen senken. Allerdings gehen wir nicht davon aus, dass China den Markt weiterhin mit Geld flutet, sondern eher über ein kontrolliertes, Bewässerungssystem‘ sehr gezielte Maßnahmen ergreift“, sagt Briscoe. Dafür sieht er vor allem zwei Gründe: Zum einen sorgt sich China, die Inflation zu sehr zu schüren. Zum anderen will es das Finanzsystem entschulden und hat daher die Entwicklung der Kreditvergabe fest im Blick.

Aktien: Privater Konsum trotzt dem Handelsstreit

Eine wichtige Stütze für das Wirtschaftswachstum ist mittlerweile der private Konsum. Trotz der Unsicherheiten, die der Handelsstreit mit den USA hervorruft, sind die Einzelhandelsumsätze zuletzt deutlich gestiegen. „Die Rivalität zwischen den USA und China wird noch über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte anhalten. Darauf müssen wir uns einstellen“, sagt Bin Shi, Head of China Equities bei UBS Asset Management. Er sieht jedoch keine Gefahr, dass die Umwandlung der Wirtschaft zu mehr Konsumorientierung dadurch Schaden nimmt. Vielmehr rechnet er damit, dass der Umbau durch Reformen noch stärker an Fahrt aufnimmt. „Unsere China-Portfolios setzen verstärkt auf den Binnenkonsum und sind kaum abhängig von den Branchen, die von den Zöllen betroffen sind“, sagt Shi.