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Experten

Schroders

Industriestaaten: Bye bye, Zinsen!

24.10.2019 17:02 |
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 | © Getty Images

Großbritannien: Der Brexit entscheidet über Zinsen

Auch die britische Wirtschaft verunsichert die Anleger: Das Wachstum hat sich von 0,5 Prozent am Jahresanfang auf 0,2 Prozent im zweiten Quartal verringert, hauptsächlich weil der Output bei der Herstellung gesunken ist. Auch weitere Zahlen enttäuschten – der Bausektor verlor 1,3 Prozent und die Investitionen verlangsamten sich, während die Staatsausgaben weiterhin hoch sind. „Angesichts dieser enttäuschenden Zahlen steigt die Wahrscheinlichkeit einer technischen Rezession“, warnt Zangana. Zwar könne ein erhöhter Lageraufbau angesichts der Gefahr eines ungeregelten EU-Austritts eine Rezession vorerst verhindern; „aber die langfristigen Risiken nehmen zu“, so der Ökonom.

Dennoch bleibt die Zentralbank vorerst untätig. „Während die Märkte sinkende Leitzinsen eingepreist haben, deuteten Sprecher der Bank of England an, dass weitere Straffungen der Geldpolitik notwendig seien“, fasst Zangana zusammen.

Diese Zögerlichkeit, das tatsächliche Risiko eines „No-Deal Brexit“ zu kommunizieren, deute darauf hin, dass die britische Notenbank an Unabhängigkeit eingebüßt habe. Zwar liege die Brexit-Politik nicht im Verantwortungsbereich der Bank, durchaus aber seine möglichen Auswirkungen auf die Wirtschaft. „Wir sehen ein, dass die Bank in einer politisch schwierigen Situation steckt“, räumt Zangana ein. „Aber wenn Carney und seine Kollegen einen ungeregelten Austritt aus der EU jetzt für so wenig wahrscheinlich erachten wie vor sechs Monaten, könnte das ihre Glaubwürdigkeit untergraben.“

Fest steht für den Schroders-Experten: Vor dem Brexit wird es keine Zinserhöhungen geben. „Aber auch nach dem Austritt wird es für die Bank of England nicht einfacher – zumindest nicht, wenn die globale Konjunktur sich nicht beschleunigt und Großbritanniens Wirtschaft sich nicht maßgeblich erholt“, betont Zangana.

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