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Karat fürs Depot

05.12.2017 14:58 Uhr | Von: 

Verlieren Diamanten ihren Glanz?

Heute schon wächst der Markt der Labor-Diamanten rasant. Das Marketingprodukt Diamant, seit 70 Jahren als unentbehrliches Verlobungsgeschenk gehypt von der Firma De Beers (gehört inzwischen zum Minenkonzern Anglo American) mit ihrem genialen Slogan „A diamond is forever“, könnte bald massive Probleme bekommen. Sobald die gezüchteten Konkurrenzprodukte den weltweiten Diamantenmarkt durchdrungen haben, könnte das Label „echter Diamant“ und das Milliardengeschäft von Minenunternehmen, Händlern und Juwelieren der Vergangenheit angehören. Warum einen geschürften Diamanten kaufen, wenn es identische Produkte zu einem Bruchteil des Preises und zudem noch mit gutem Gewissen gibt?

Farbedelsteine gute Alternative

Sollten Anleger also auf Farbedelsteine wie zum Beispiel Saphir, Rubin, Smaragd, Turmalin oder Aquamarin umsteigen? Sie werden nicht nur von Juwelieren und Goldschmieden, sondern auch von zahlreichen Handelsunternehmen und Onlinebörsen angeboten. Doch für Laien ist es schwierig, ihre Qualität einzuschätzen. Auch ihr Wert hängt vor allem von Charakter und Intensität der Farbe und der Reinheit des Minerals ab. „Wer farbige Edelsteine kaufen will, sollte sich wie bei Kunst in das Thema einlesen“, empfiehlt Markus Wild, Geschäftsführer des Farbedelsteinspezialisten Paul Wild oHG in Kirschweiler. „Es gibt heute viele Wege, Edelsteine zu kaufen, doch wichtig ist, einen seriösen Anbieter zu wählen“, betont Wild.

Wert hat sich verhundertfacht

Die findet man zum Beispiel unter den Mitgliedern der International Colored Gemstone Association. Auch Wilds Unternehmen verkauft zunehmend Steine an private Investoren. „Sie wissen, dass man für Edelsteine – wie für Gold – immer einen Gegenwert bekommt – auch dann, wenn Aktien und Bilder längst wertlos sind.“ Daher würden die Preise weiter steigen. „Die Menge an Edelsteinen ist von der Natur begrenzt, und was rar ist, steigt im Preis“, so Wild.

Deutlich wird dies am Beispiel Paraiba-Turmalin. Der Preis für gute Steine hat sich laut Angabe der Fachmesse Intergem in Idar-Oberstein innerhalb des vergangenen Jahrzehnts verhundertfacht. Der Grund: Die Minen im brasilianischen Bundesstaat, dem die Turmaline ihren Namen verdanken, sind weitgehend erschöpft. Ähnlich sieht es bei Türkisen aus, die ebenfalls immer mehr zur Mangelware werden.

Bald könnte also Marilyn Monroes berühmtes Lied „Diamonds Are a Girl’s Best Friend" einem neuen Motto weichen – „Colored gemstones are investor's best friends.“