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Gold-Silber-Ratio zwischen 2012 und 2020: Bezogen auf den historischen Durchschnitt ist Silber im Vergleich zu Gold aktuell unterbewertet | © TradingView

Goldpreis-Prognose Risiko bleibt hauptsächliche Stütze

Der Goldpreis profitiert von einer erhöhten Volatilität an den Märkten. Doch die übrigen Stützungsfaktoren könnten größtenteils eingepreist sein, sagt David Lusow, Marktanalyst beim Broker IG.

19.06.2020 - 11:51 Uhr | in News

Der Goldpreis bleibt weiterhin stabil. Spätestens seit der erneut gestiegenen Volatilität (VIX), ist die Nachfrage nach Safe-Haven-Strategien wieder erhöht. Marktteilnehmer bleiben vorsichtig, weil die Infektionsraten in den USA weiter ansteigen. Einen zweiten Lockdown sollte es zwar trotzdem nicht geben, doch das bedeutet nicht, dass alles wieder im Lot ist. Sofern das Risiko mitschwingt, sollte auch der Goldpreis, in Anbetracht der weiterhin niedrigen Realzinsen, gefragt bleiben. Die Frage ist dennoch, inwieweit Upside-Potenzial besteht?

Einige Indikatoren weisen darauf hin, dass hier bereits ein Deckel drauf ist. So sind die spekulativen Investments an den Terminbörsen zuletzt deutlich zurückgegangen und signalisieren weniger Interesse an einem steigenden Goldpreis (Goldpreis Analyse: Spekulative Positionen fallen). Dem entgegen stehen weiterhin die Rekord-Zuflüsse in Gold-ETFs. Schaut man allerdings etwas genauer hin, so erkennt man, dass per Mai das Momentum der Zuflüsse teilweise bereits abgenommen hat. In der EU beschleunigten sich diese zwar, doch das Level vom März wurde kaum wieder erreicht.

Gold-Silber-Ratio bleibt im Aufwärtstrend

Dementsprechend setzte der Goldpreis vor zwei Wochen bereits zu einer Korrektur an, und das trotz eines weiter fallenden US-Dollar (Darum reagiert der Goldpreis nicht auf den US-Dollar). Die abrupt gestiegene Volatilität bremste die Korrektur allerdings vorzeitig aus. Das macht deutlich, dass der Goldpreis aktuell mehr von anhaltenden Covid-19 Risiken gestützt wird als von anderen Faktoren.

Dieses Risiko dürfte nun aber aufgrund der anhaltenden Maßnahmen der Notenbanken und der Regierungen eventuell geringer ausfallen. Die Gold-Silber-Ratio befindet sich weiterhin in einem Aufwärtstrend, was bedeutet, dass Industrierohstoffe noch keine nachhaltigen Signale einer steigenden Inflation aussenden. Der zuletzt verzeichnete Einbruch in der Ratio war größtenteils nur eine Nachholaktion des Silberpreises, nachdem dieser mit den übrigen Industrierohstoffen im Rahmen des Covid-19-Crashs eingebrochen war.