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Passanten in Berlin: Nach einer Flaute erholt sich die deutsche Wirtschaft wieder | © Getty Images

Gordon Brown von Legg Mason Anleger unterschätzen Bundesanleihen

Bundesanleihen werden von Investoren unterschätzt, glaubt Gordon Brown von der Legg-Mason-Tochter Western Asset Management. Eine Analyse der Fundamentaldaten zeige: Die Wachstumstreiber der Eurozone, die auch für Deutschland gelten, sind robust.

14.06.2019 - 10:44 Uhr | in Märkte

Deutsche Bundesanleihen werden vom Markt als Blitzableiter missbraucht, meint Gordon Brown, bei der auf Anleihen spezialisierten Legg-Mason-Tochter Western Asset Management für globale Portfolios zuständig. Eine Analyse der Fundamentaldaten zeige: Anleger sind zu pessimistisch. Die Zahlen würden die aktuellen Zinsen kaum rechtfertigen, betont Brown: „Seit der Finanzkrise sind Anleger darauf gefasst, mit dem Unerwarteten zu rechnen. Doch als langfristig orientierter Value-Investor sind wir fest davon überzeugt, dass sich letztendlich die Fundamentaldaten durchsetzen und der entscheidende Faktor für die Bewertungen sind.“

Brown glaubt es sei möglich, dass die Zinsen für deutsche Bundesanleihen weiter zerrieben werden – aber nur, weil sich in ihnen zu viele schlechte Nachrichten widerspiegeln und sie sich von den langfristigen makroökonomischen Treibern losgelöst hätten. Dafür nennt der Fondsmanager folgende Gründe:

  • Die sich zuspitzenden Spannungen im Welthandel – denn die Länder der Eurozone haben vergleichsweise offene Volkswirtschaften
  • Die starke Zinsrally der US-Staatsanleihen, die mehr als 100 Basispunkte seit dem letzten Hoch im November gut gemacht hätten
  • Der immer wahrscheinlicher werdenden „No-Deal-Brexit“
  • Ein erneuter Fokus auf italienische Schulden
  • Die nicht empfänglich scheinenden Inflationserwartungen

Deutschlands Wirtschaft erholt sich

Brown gibt zu, dass die Wirtschaft in der Eurozone und Deutschlands vor allem im zweiten Halbjahr 2018 schwächelte.Seitdem hat sich das Wachstum jedoch erholt – und zwar deutlich mehr, als vom Markt erwartet. Denn die negativen Faktoren in einigen Industriesektoren – allen voran der Automobilbranche – klingen langsam ab“, sagt Brown. Zudem zeichneten auch zukunftsgerichtete Umfragedaten ein erfreulicheres Bild seit dem Tief im Januar. Die inländischen Wachstumstreiber der Eurozone, die auch für Deutschland gelten, blieben robust und würden damit eine gewisse Resilienz gegenüber der langwierigen Schwäche im Fertigungssektor beweisen. Auch der Arbeitsmarkt sei äußerst solide mit guten Einkommen, die den privaten Binnenkonsum stützten.