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Autoproduktion in Zwickau: Besonders interessant sind derzeit Zulieferer aus der Automobilbranche  | © Getty Images

High Yield Aktives Management zahlt sich aus

Passive Investments in Hochzinsanleihen berücksichtigen nur den liquidesten Teil des Marktes. Dieser ist aber potenziell stark frequentiert und damit oft teuer. Aktiv gemanagte High Yield-Fonds hingegen erzielen über verschiedene Zeiträume seit 2013 in mehr als 70 Prozent eine bessere Performance als Hochzins-ETFs, berichtet Marc Leemans, Fondsmanager Hochzinsstrategien bei Degroof Petercam AM.

02.12.2019 - 10:43 Uhr | in Fonds

Die Aktiv-Passiv-Debatte hat sich mittlerweile in den Bereich festverzinslicher Anlagen ausgedehnt, und dabei auch auf das Segment der Hochzinsanleihen. Die Anlageklasse konnte seit Jahresbeginn bedeutende Anlagemittel auf sich ziehen, wovon ein Großteil in passive, High Yield-Indizes nachbildende Exchange Traded Funds (ETFs) floss.

„Anleger sollten sich nicht darauf verlassen, dass bei passiven Instrumenten im festverzinslichen Universum im Hinblick auf die Nachbildung von Benchmarks dieselben Regeln gelten wie bei Aktien“, sagt Marc Leemans, Fondsmanager Hochzinsstrategien bei DPAM. „Die den ETFs zugrunde liegenden Indizes, wie etwa der Bloomberg Barclays Liquidity Screened Euro HY Index oder der Markit iBoxx EUR Liquid High Yield Index, berücksichtigen nur den liquidesten Teil des Gesamtmarktes für High-Yield-Anleihen. Denn Liquidität ist für ETFs wichtig, um die Spreads niedrig zu halten. Der liquideste Teil des Marktes ist aber oft auch der teuerste und potenziell stark frequentiert.“ 

Anleger sollten sich also darüber im Klaren sein, dass sie mit dem Kauf eines High Yield-ETF nicht dasselbe Exposure eingehen wie bei einem aktiv verwalteten Fonds und eher nur in den Premiumteil des Marktes investieren, dabei aber viele interessante Branchen bzw. innerhalb von Branchen einzelne interessante Titel komplett vernachlässigen. „Hochzins-ETFs schneiden tendenziell mit durchschnittlich rund 60 Basispunkten schlechter ab als ihr jeweiliger Index. Dies lässt sich auf die Tatsache zurückführen, dass auch sie mit Gebühren belastet sind. Außerdem muss ein ETF Mittelzu- und -abflüsse sofort verarbeiten und ist dadurch mit Geld-Brief-Spannen konfrontiert, die einen starken Einfluss auf die Performance haben können“, sagt Marc Leemans.

„Aktiv“ in fast drei Viertel aller Fälle besser

Das High Yield-Team bei DPAM hat eine Stichprobe von breit vermarkteten europäischen Hochzinsfonds mit den drei größten europäischen High-Yield-ETFs über die vergangenen sechs Jahre verglichen. Dabei zeigte sich, dass mindestens die Hälfte der aktiv verwalteten Fonds ihre Pendants aus dem ETF-Universum übertrafen. Betrachtet man die kumulativen Wertentwicklungen über verschiedene Zeiträume seit 2013 erzielten mindestens 70 Prozent der aktiv verwalteten Fonds eine bessere Performance als die ETFs.

Aus gutem Grund: Denn aktive Fondsmanager können nach taktischen Gesichtspunkten abwarten, wenn der Markt teuer ist, und zudem von Prämien auf Neuemissionen auf dem Primärmarkt profitieren. Da sie nicht an Indizes gebunden sind, die den Markt wie bei ETFs nicht in seiner ganzen Tiefe abbilden, können sie die gesamte Vielfalt des Marktsegments nutzen und damit einen Mehrwert über die reine Indexperformance hinaus generieren. In dieser Hinsicht besonders viel Potenzial bieten derzeit der Telekommunikations- und Automobilsektor.