Sie besuchen Multiasset.com mit einem veralteten Internet Explorer. Darstellung und Nutzungserlebnis sind deshalb nicht optimal.
Aktuelle Version kostenlos herunterladen »
Damen zahlen im mittelpreisigen Salon im Durchschnitt 17,80 Euro: Dienstleistungspreise in Deutschland im Januar niedriger als prognostiziert | © Getty Images

Inflationszahlen für Deutschland 2,0-Prozent-Ziel wider Erwarten nicht erreicht

Zwar haben sich Energieträger und Lebensmittelpreise im Januar leicht verteuert, Dienstleistungspreise haben hingegen stärker nachgegeben. Die für Deutschland ermittelten Verbraucherpreise sinken damit zum Dezember 2016 um 0,6 Prozent. Im Vorjahresvergleich liegt die Preisteuerung bei 1,9 Prozent – Volkswirte hatten hier einen deutlicheren Aufschlag erwartet.

30.01.2017 - 15:49 Uhr | Von:  in Märkte

Die Inflation in Deutschland hat im Januar laut einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamts nicht wie erwartetet zugenommen, insbesondere weil die Dienstleistungspreise schwächelten. Die Verbraucherpreise gingen zum Vormonat um 0,6 Prozent zurück. Zum Januar des Vorjahres 2016 erhöhten sich die Verbraucherpreise auf eine Jahresrate von 1,9 Prozent. Zum Vergleich: Zuletzt war die Teuerung im Juli 2013 so hoch gewesen. Volkswirte hatten im Vorfeld allerdings mit 2,1 Prozent Inflation gerechnet, nachdem sich im Dezember 2016 im Vorjahresvergleich die Preise um 1,7 Prozent erhöht hatten.

Ausgelöst wurde der gestiegene Inflationsdruck von höheren Waren-, Energie- und Nahrungsmittelpreisen, während der Druck bei den Dienstleistungspreisen deutlich abnahm (siehe Abbildung, Quelle: Destatis). Waren verteuerten sich im Januar im Jahresvergleich um 2,7 (Vormonat: 1,8) Prozent, Energie um 5,8 (2,5) Prozent und Nahrungsmittel um 3,2 (2,5) Prozent. Dagegen verringerte sich die Inflationsrate bei Dienstleistungen auf 1,2 (1,5) Prozent. Die Wohnungsmieten stiegen um 1,6 (1,5) Prozent.

 

Für den Euroraum erwartet das Statistische Bundesamt einen Anstieg der Inflationsrate auf 1,6 (1,1) Prozent. Endgültige Daten veröffentlicht Destatis am 14. Februar.

Wann kommt die Kursänderung der EZB?

Die Finanzmärkte gehen wegen kontinuierlicher Zuwächse bei der Inflation im Euroraum davon aus, dass die Europäische Zentralbank (EZB) bei ihrem 2,3 Billionen schweren Kaufprogamm demnächst eine Kursänderung signalisiert. Von April bis zum Jahresende sollen monatlich Anleihen im Volumen von 60 Milliarden Euro gekauft werden. Vor allem aus Deutschland, wo sich höhere Inflationsraten als in der Eurozone zeigen, wurden zuletzt immer wieder Forderungen von Politikern und Ökonomen laut, die EZB solle ihre äußerst laxe Geldpolitik beschleunigt zurückfahren. Seit Monaten werden die Warnungen vor dem „Ketchup-Effekt“ – ein ungewolltes Überschießen der Inflation – immer lauter.

Wie Ewald Nowotny, Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB), zum Wochenauftakt verlautbarte, werde die EZB im Sommer ein Signal aussenden, dass sie mit der schrittweisen Drosselung ihrer Wertpapierkäufe – dem sogenannten Tapering – beginnt. „Ich sage nicht, dass wir im Sommer eine Entscheidung treffen, aber wir werden bessere Informationen haben, um eine Entscheidung im Sommer treffen zu können“, blickt Nowotny voraus.