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Händler an der New Yorker Börse: Langfristig gesehen schlagen viele ETFs die aktiv verwalteten Portfolios von Fondsmanagern  | © imago images / Hannelore Förster

Investieren für Einsteiger Drei wissenswerte Fakten über ETFs

Immer mehr Aktiensparer setzen verstärkt auf Exchange Traded Funds (ETFs). Obwohl die Fondsbranche sich skeptisch gegenüber Indexfonds gibt, bieten sie gerade Vorteile für Anleger, die neu an den Markt kommen. Drei Dinge, die Börseneinsteiger wissen sollten.

15.09.2020 - 10:25 Uhr | in Märkte

Einsteigern werden oft ETFs, auch Indexfonds genannt, empfohlen. Dabei handelt es sich um Aktienfonds, die nicht aktiv von einem Fondsmanagement verwaltet werden, sondern passiv in einen Aktienindex investieren – wie beispielsweise den Dax.

Erst kürzlich feierten ETFs in Europa ihr 30-jähriges Bestehen. Immer mehr Investoren greifen auf ETFs zurück, um in bestimmte Trendthemen zu investieren. Doch welche Vorteile bieten ETFs für Anleger?

  • ETFs schlagen den breiten Markt

Langfristig gesehen stechen eine Vielzahl an ETFs aktiv verwaltete Portfolios aus – diese Aussage klingt zunächst sehr pauschal. Doch mit einem ETF profitieren Anleger von einer positiven Gesamtentwicklung des Marktes – und arbeiten nicht „gegen“ den Markt wie ein Fondsmanager. Gleichzeitig bedeutet das, dass ETF-Anleger, wenn der Markt einbricht, auch Verluste hinnehmen müssen.

Bei einem aktiv gemanagten Fonds strebt der Vermögensverwalter eine Rendite an, die über der breiten Marktentwicklung liegt. Allerdings wird dieses ambitionierte Ziel in den wenigsten Fällen erreicht – einer der Gründe, weshalb Indexfonds entwickelt wurden. Die Grundidee ist simpel: Durch die Nachbildung eines Index profitiert der Anteilseigner automatisch von der Entwicklung der Finanzmärkte.

Ein Beispiel: Anleger, die vor 15 Jahren einen ETF auf Basis des internationalen Aktienindex MSCI World kauften, konnten eine durchschnittliche Rendite von 8 bis 10 Prozent (abhängig vom Anbieter) erzielen. Selbst Investoren, die einen „schlechten“ Zeitraum – beispielweise die Finanzkrise im Jahr 2008 –, erwischt haben, verbuchten immerhin eine kleine positive Rendite. Wer sein Vermögen hingegen auf dem Sparbuch lässt, muss teilweise sogar Strafzinsen zahlen.

  • ETFs sind kostengünstig

Das anhaltende Niedrigzinsumfeld führt allmählich zum Umdenken bei Sparern. Mit Sparbuch, Festgeldkonto und Girokonto lassen sich keine Gewinne mehr erwirtschaften. Negativzinsen und eine steigende Inflationsrate sorgen dafür, dass das ersparte Vermögen über die Zeit an Wert verliert. Ein Ausweg: Die Börse. Um jedoch das Risiko zu begrenzen, sollten Anleger breit gestreut anlegen. Auf diese Weise werden Verluste einzelner Aktien ausgeglichen.

Für private Anleger, die eine kleinere Summe investieren wollen, war es bisher schwierig, breit gestreut zu investieren. Doch Indizes wie der MSCI World und der S&P 500 sind marktbreit aufgestellt. Im MSCI World sind mehr als 1.600 Unternehmen aus 23 Industrienationen gelistet. Im S&P 500 werden die Aktien der 500 größten börsennotierten US-amerikanischen Unternehmen abgebildet.

Doch wie hoch die Rendite eines Investments ausfällt, wird nicht zuletzt durch die anfallenden Kosten bestimmt. ETF sind aufgrund ihrer geringen (Verwaltungs-)Kosten im Vergleich zu aktiv gemangten Fonds vergleichsweise günstig. Wieso? Beim klassischen Investmentfonds werden in der Regel rund 5 Prozent Ausgabeaufschläge erhoben. Anders als bei aktiv gemanagten Investmentfonds fallen bei ETFs keine hohen Nebenkosten an.

Die laufenden Kosten eines Indexfonds bewegen sich meist zwischen 0,2 und 0,8 Prozent. Es gibt zudem Anbieter, die darunter liegen. Eine weitere gute Nachricht: Experten erwarten, dass in den kommenden Jahren die Aufschläge weiter sinken werden. Dafür sind zwei Gründe ausschlaggebend: Zum einen ist die Verwaltung von ETFs, da sie nur einen bestimmten Index abbilden, weniger zeitaufwendig als bei aktiv gemangten Fonds. Zum anderen steigt die Beliebtheit, was immer mehr Anbieter dazu veranlasst, in diesem Marktsegment aktiv zu werden.