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„Alternative Anlagen sind ein Muss“

11.02.2020 16:13 Uhr |

Lassen Sie uns über die alternativen Anlagen im Kames Global Diversified Income Fund sprechen. Was gibt es dort Neues im Bereich Infrastruktur-Anlagen?

Vijverberg: Für den Infrastruktur-Sektor stellen die niedrigen Zinssätze eine große Unterstützung dar. Zudem haben wir innerhalb dieses Sektors verschiedene Untersektoren identifiziert. In unseren Multi-Asset-Fonds investieren wir hauptsächlich in regulierte Versorgungsunternehmen, Mautstraßen und Flughäfen.

Unserer Ansicht nach bieten diese Teilsektoren beste Differenzierungs- und Diversifizierungsmerkmale gegenüber globalen Aktien. Das liegt daran, dass Infrastrukturunternehmen oft weniger empfindlich auf wirtschaftliche Schwankungen reagieren. Kurz gesagt: Alternative Anlagen sind 2020 alternativlos.

Könnten Sie ein Beispiel nennen?

Vijverberg: Wir sind zum Beispiel an Ferrovial beteiligt, einem spanischen Unternehmen, das Anteile an kanadischen und US-amerikanischen Mautstraßen und am Flughafen Heathrow in London hält. Ferrovial hat sehr lange Verträge für seine Beteiligungen ausgehandelt. Im Zusammenspiel mit den aktuell niedrigen Zinssätzen verhilft das dem Unternehmen zu sehr guten Zahlen.

Es gibt eine Menge von Multi-Asset-Fonds in der Welt. Wie unterscheiden sich Ihr Fonds und Ihre Arbeit von Konkurrenzprodukten am Markt?

Vijverberg: Was unsere Fonds von der Konkurrenz unterscheidet, ist, dass wir direkt in unsere Werte investiert sind. Dadurch sind wir sehr flexibel und können unseren Kunden eine maßgeschneiderte Allokation anbieten, die sich auf einer viel granulareren Ebene bewegt als bei anderen Fonds. Diese Diversifizierung hat seit Auflegung des Global Diversified Income Fund stark zur Performance des Fonds beigetragen.

Wie stellen Sie sicher, dass die gute Performance des Fonds unabhängig von Marktbewegungen bestehen bleibt?

Vijverberg: Eine große Rolle spielen hierbei unsere alternativen Anlagen, insbesondere die Sektoren Infrastruktur, börsennotierte Immobilien und erneuerbare Energien. Zum einen handelt es sich dabei in der Regel um Anlagen mit einer hohen Anfangsrendite und der Möglichkeit eines Kapitalzuwachses im Laufe der Zeit. Zudem sichern wir uns durch Dividenden abgesicherte Einkommensströme, die oft mit einer Inflationsanbindung gekoppelt sind. Noch einmal: Durch ihre relativ geringe Korrelation bieten alternative Anlagen wesentliche Diversifikationsvorteile gegenüber traditionellen Anlageklassen. Wir tun viel, um sicherzustellen, dass wir stets in der Lage sind, eine angemessene Gesamtrendite zu erzielen.

2019 konnten Multi-Asset-Fonds durchweg ansprechende Renditen generieren. Welche Risiken bestehen Ihrer Meinung nach 2020?

Vijverberg: Zunächst einmal sind die Renditen des vergangenen Jahres sehr schwer zu wiederholen. Was nicht heißt, dass unser Ausblick auf das Jahr 2020 negativ ausfällt. Vielmehr sehen wir eine Menge potenzieller Chancen. Trotzdem positionieren wir den Fonds etwas defensiver, denn niemand weiß, wie das Jahr verlaufen wird, gerade auch im Hinblick auf die möglicherweise globale Ausbreitung des Coronavirus.

Zwar gehen wir nicht davon aus, dass 2020 ein Rezessionsrisiko mit sich bringen wird. Wir gehen jedoch davon aus, dass ein Risiko besteht, das sich aus einem möglichen Abschwung der Aktienmärkte infolge der US-Präsidentschaftswahlen ergeben könnte. Auch die Entwicklung von Chinas verarbeitender Industrie, die unter den Auswirkungen des Handelskonflikts unter Druck ist, haben wir genau im Blick. Was den Brexit angeht, so spielt dieser in unserer Strategie nur eine geringe Rolle. Es gibt letztlich aber viele kleinere Risiken, durch die wir in diesem Jahr navigieren müssen.