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Wall Street in New York: In den vergangenen 30 Jahren gab es nie zwei aufeinander folgende Jahre mit einer negativen Rendite für US-amerikanische Hochzinsanleihen | © Getty Images

Kames Capital Mit Hochzinsanleihen die Portfoliorisiken reduzieren

Kunden scheuen oft auf die Allokation von Hochzinsanleihen, da sie diese als die risikoreichste Anlage unter den festverzinslichen Wertpapieren erachten. Mark Benbow, Co-Manager des Kames High Yield Bond Fund, zur Frage: Was spricht für High Yield – und warum gerade jetzt?

11.12.2019 - 14:14 Uhr |

Es gibt eine Reihe von Merkmalen, welche diese Anlageklasse auszeichnen. Eines davon ist die Duration. Insgesamt ist sie mit nur drei bis vier Jahren gering. Aber schaut man genauer hin, stellt man fest, dass High Yields tatsächlich sehr wenig mit dem Zinsrisiko korreliert sind. Dies ist angesichts ihrer geringen Duration durchaus schlüssig, unterstreicht aber auch die Tatsache, dass Hochzins-Portfolios aus Sub-Investment-Grade Unternehmen bestehen. Diese sollten sich eher entsprechend ihrer Fundamentaldaten verhalten als in Richtung des risikofreien Zinssatzes.

Warum mit Hochzinsanleihen höhere Renditen möglich sind

Vor diesem Hintergrund hat High Yield eine größere Korrelation zu Aktien als zu traditionellen festverzinslichen Wertpapieren, wobei der Renditeunterschied überrascht. Die untere Abbildung zeigt, dass US High Yield in den letzten 30 Jahren über 80% der Renditen des S&P 500 mit weniger als der Hälfte der Volatilität erzielte. Tatsächlich erzielte diese Anlageklasse über 20 Jahre hinweg die gleiche Rendite – bei einer nur halb so hohen Volatilität. Warum also bietet High Yield langfristig eine so hohe risikoadjustierte Rendite?

Hochzinsanleihen als wesentlicher Eckpfeiler in einem Portfolio

Der simple Grund dafür: Anleihen werden fällig, Aktien nicht. Infolgedessen können Anleihen, insbesondere solche mit geringer Duration, nur so lange vom Nennwert abweichen bis ihr Kurs „zurückschnellt“. Das ist einfache Anleihen-Arithmetik. In Zeiten schwacher Aktienkurse, in denen die hohe Rendite stark mit den Aktienmärkten korreliert ist, geschieht dies viel schneller, da High Yield nicht von Wachstumsraten oder der Rückkehr zum durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnis abhängt. Investoren sollten sich deshalb weniger Gedanken darüber machen, wie günstig oder teuer die Anlageklasse aussieht, wenn sich deren Rendite fast vollständig aus regelmäßigen Erträgen zusammensetzt. Hochzinsanleihen sollten als eine Anlageklasse mit starken Fundamentaldaten betrachtet werden. Bedenkt man, dass es kaum Kursrückgänge gibt, um gemäß der Strategie „buy the dips“ einzusteigen, sollte sie einen Eckpfeiler im Portfolio darstellen.

Tatsächlich würde eine Bewegung hin zum „fairen Wert“ (gemessen am durchschnittlichen 20-Jahres-Spreads) zu 2 Prozent Kapitalverlust führen. Hingegen würde der faire Wert des S&P 500 gemessen am durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnis der vergangenen 20 Jahre rund 14 Prozent tiefer liegen. Aus diesem Grund gab es in den letzten 30 Jahren nie zwei aufeinander folgende Jahre mit einer negativen Rendite für US-amerikanische Hochzinsanleihen. Dies ist eine bemerkenswerte Statistik. 2019 neigt sich dem Ende und viele Anleger denken darüber nach, wie sie ihre Mittel in 2020 einsetzen. Sie sollten sich die Gesamtrenditen von High Yields näher ansehen, die überzeugende risikobereinigte Erträge über den gesamten Zyklus bieten.