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Sanierte Hausfassaden in Madrid: Die Bewohner der spanischen Hauptstadt haben ihre Ausgaben zum Vorjahr massiv gesteigert

Konsumklima in der Europäischen Union Höchster Stand seit neun Jahren

Europaweit steigt die Anschaffungsneigung der Verbraucher, vor allem Spanien hat großen Nachholbedarf. In Frankreich hingegen beginnen die Bürger den Euro vor dem Ausgeben mehrmals umzudrehen.

18.10.2017 - 16:45 Uhr | Von:  in Research

Shoppen liegt europaweit im Trend: Die Konsumstimmung in den 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) hat sich im dritten Quartal weiter verbessert. Mit 20,9 Punkten wurde der höchste Stand seit mehr als neun Jahren erreicht, meldet das Nürnberger Marktforschungsinstitut Gesellschaft für Konsumforschung (GfK).

Zum Vergleich: Im zweiten Quartal hatte der Wert auf ebenfalls hohem Niveau bei 19,1 Punkten gelegen. Den Hintergrund der guten Stimmung unter den Verbrauchern in der EU bilden die an Dynamik gewinnende Konjunktur und die damit einhergehende sinkende Arbeitslosigkeit.

Spaniens Verbraucher steigern Ausgaben um 14 Prozent

Insbesondere Spanien überraschte: Die Anschaffungsneigung der insgesamt 46 Millionen Spanier machte erstmals seit mehr als fünf Jahren mit positiven Werten auf sich aufmerksam. Ein besonders markantes Beispiel: Wie das Marktforschungsinstitut Observatorio del Consumo España de Cetelem heute berichtet, sind die Ausgaben der Bewohner Madrids um 42 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Auch die Zahlen zu ganz Spanien sind eindrucksvoll: Insgesamt haben die spanischen Verbraucher im Vorjahresvergleich 14 Prozent mehr für Autos, Möbel oder Reisen ausgegeben.

Spanien zeigt sich nach langen Krisenjahren seit einigen Quartalen als eine der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften in der Eurozone. Im laufenden Jahr dürfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) etwas stärker steigen als bisher prognostiziert. Für 2017 erwartet die Regierung ein zuletzt leicht nach oben revidiertes Wachstum von 3,1 Prozent.  Zu den Stützen der spanischen Wirtschaft gehören florierende Exporte und weiter wachsender Tourismus.

Ein anderes Bild zeigte sich hingegen in Frankreich: Hier schwächte sich der „Macron-Effekt“ ab, der die Konsumentenstimmung nach den Parlamentswahlen im Sommer 2017 zunächst angeschoben hatte.

Der Kommentar des GfK-Konsumexperten Rolf Bürkl zu den heute veröffentlichten Zahlen: „Der private Konsum erwies sich im letzten Quartal als wichtige Stütze der EU-Wirtschaft. Mehrere Länder verzeichneten beim Indikator Anschaffungsneigung eine Verbesserung oder ein gleichbleibend stabiles Niveau.

Demgegenüber stehen eher gemischte Ergebnisse für andere Indikatoren. So ging im Vergleich zum zweiten Quartal 2017 in Frankreich, Deutschland und Portugal die Konjunkturerwartung zurück und auch bei der Einkommenserwartung verzeichneten Frankreich, Österreich und Deutschland ein Minus.“