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Tänzer bei einer Karnevalsparade in Barranquilla, Kolumbien. Die Weltwirtschaft hat gerade allen Grund zu tanzen

Makroökonomischer Ausblick Sonnige Großwetterlage

Die globale Konjunktur zeigt sich weiter in guter Form. Im zweiten Quartal 2017 verzeichnete die Weltwirtschaft sogar die höchste Wachstumsrate seit 2010. Doch muss das Wirtschaftswachstum demnächst mit einer Schlechtwetterfront rechnen?

15.09.2017 - 16:46 Uhr | Von:  in Swisscanto Invest

Die Aufwertung des Euro dürfte die wirtschaftliche Dynamik der Währungsunion in den kommenden Monaten dämpfen. Dagegen profitieren die USA von einem schwächeren Dollar. Dies spricht für eine Stärkung der US-Wirtschaft.

In Japan übertraf das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im zweiten Quartal die Erwartungen. Und in Großbritannien deuten – trotz Brexit-Unsicherheit – die Frühindikatoren nicht auf einen deutlichen Abschwung in naher Zukunft hin. Doch die insgesamt gute Wirtschaftslage sollte nicht dazu verleiten, die konjunkturellen Risiken auszublenden. In der Eurozone beispielsweise werden wirtschaftspolitische Reformen nur zögerlich vorangetrieben, und in den USA sind Investitionen und Steuerreformen auf der politischen Agenda in den Hintergrund gerückt.

Weiter Aufwind für Aktien

Die starke Wirtschaftsentwicklung spiegelt sich auch in der Gewinnberichterstattung der Unternehmen wider. Ein Ende dieser erfreulichen Entwicklung ist noch nicht in Sicht, was weiterhin für Aufwind an den Aktienmärkten sorgt. Den jüngsten Renditerückgang bei Anleihen stufen wir als vorübergehend ein.

Schwellenländer ganz vorne

Aufgrund der Wechselkursverschiebungen sind nordamerikanische Aktien attraktiver und europäische Dividendentitel – mit Ausnahme des Schweizer Marktes – unattraktiver geworden. Bei Aktien bevorzugen wir aufgrund des schwächeren US-Dollar, der intakten globalen Konjunktur und ihrer vergleichsweise günstigen Bewertung weiter die Schwellenländer. In Europa sind Anleihen aufgrund der Eurostärke interessanter geworden. Ganz im Gegensatz zu US-Anleihen, bei denen die erwartete Kürzung der Notenbankbilanz sowie höhere Leitzinsen für einen Renditeanstieg sprechen.

Anleihen in Schweizer Franken sind aufgrund der niedrigen Zinsen in der Schweiz nicht empfehlenswert. In Europa profitieren Zinspapiere hingegen von der Eurostärke. Anleihen der Schwellenländer haben weiterhin einen deutlichen Zinsvorteil gegenüber den „sicheren Häfen“.

Goldpreis mittlerweile ausgereizt

Die politischen Spannungen mit Nordkorea haben den Goldpreis nochmals deutlich ansteigen lassen. Dies erachten wir aber als ein vorübergehendes Phänomen. Auch die Normalisierung der globalen Geldpolitik spricht gegen einen höheren Goldpreis. Bei den übrigen Rohstoffen dürfte die vorteilhafte konjunkturelle Großwetterlage ebenfalls für steigende Preise sorgen.

 

Jan Sobotta, Leiter Sales Ausland bei Swisscanto Asset Management International S.A.