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Börse in New York: „Der S&P-500-Index flirtet weiterhin mit Allzeithochs“ | © Getty Images

Multi-Assset-Fonds Jupiter Flexible Income „Europa macht uns nervös“

Den USA sollten die Probleme der Welt nichts anhaben können, meinen Talib Sheikh, Fondsmanager des Jupiter Flexible Income Fonds, und Andrej Brodniks, Head of Continental Europe. Auch Anleger könnten sich vor den Fährnissen des Marktes schützen.

15.10.2018 - 09:59 Uhr | Von:  in Märkte

multiasset.com: Herr Sheik, zum Antritt Ihres neuen Jobs als Fondsmanager bei Jupiter sorgt die neue Volatilität an den Märkten für Unsicherheit bei den Anlegern. Wie gehen Sie mit der aktuellen Lage an den Märkten um?

Talib Sheikh: Für uns bleibt die Schlüsselfrage, ob es für die USA so weitergeht wie bisher. Vor allem, wenn die Volkswirtschaften der Entwicklungs- und Industrieländer überall um sie herum bestenfalls mit einem schwachen Wachstum oder im schlimmsten Fall mit einer Rezession und sogar Finanzkrise zu kämpfen haben. Bislang haben die Finanzmärkte die Frage aber eindeutig beantwortet und die Antwort ist ein klares „ja“. Der S&P-500-Index flirtet weiterhin mit Allzeithochs, was darauf hindeutet, dass die USA in der Lage sein sollten, sich gegen die Probleme im Rest der Welt abzuschotten.

Was uns nervös macht, ist Europa. Wir glauben, dass die Politik das solide Wirtschaftswachstum, das wir vor allem im letzten Jahr in der Europäischen Union erlebt haben, praktisch zunichtemachen könnte. Beispielsweise hilft es sicherlich nicht, wenn die gegenwärtige italienische Regierung droht, eine der goldenen Regeln des Fiskalpaktes zu brechen, der der Eurozone nach der Krise Stabilität zurückgab. Italien spielt bekanntlich mit der Idee, das öffentliche Defizit die EU-Schuldenobergrenze von 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu überschreiten, um die bei den Parlamentswahlen zugesagten Ausgabenmaßnahmen zu finanzieren.

Mit welchen besonders wichtigen Investmentthemen sollten sich Anleger genauer beschäftigen?

Sheikh: Das jeweilige Einkommen progressiv zu entwickeln ist angesichts der weiter steigenden Lebenserwartung in den Industrieländern immer wichtiger. Aktuell ist es so: In den zehn größten Fonds im globalen Multi-Asset-Income-Bereich sind 65 Prozent des Vermögens in diesem Segment investiert. Zum Vergleich: 2009 waren es 53 Prozent. Insofern besteht ein eindeutiger Bedarf an Alternativen für Investoren.

Was die Portfolioallokation betrifft, erscheint uns derzeit der US-Hochzinsanleihenmarkt sehr interessant. Ganz klar: Im Moment ist es schwierig zu argumentieren, dass angesichts der hohen Bewertungen bei den meisten globalen Assets viel Ertrag möglich ist. Trotzdem erscheinen uns US-Hochzinsanleihen mit Renditen zwischen 6 und 6,5 Prozent relativ chancenreich. Gleiches gilt für US-Aktien, die im Vergleich zu den Gewinnen, die sie erzielen, billig sind. Deswegen konzentrieren wir uns weiterhin auf US-Aktien.

Aber wir müssen, wie bereits angesprochen, außerhalb der USA vorsichtig sein. Seit den dunkelsten Tagen der Krise in der Eurozone im Jahr 2011 haben wir zwar bedeutende Fortschritte gemacht, aber es gibt noch viele strukturelle Probleme zu lösen. Unser Engagement in Europa bleibt erst einmal relativ gering. Wir werden auf Unternehmen setzen, die eine nachhaltige, konstante Dividende mit Wachstumspotenzial erzielen. Was wir nicht machen werden: Uns in ein explosives Wachstumsszenario einzukaufen.

Was reizt Sie an dem neuen Job bei Jupiter?

Sheikh: Seit langem beeindruckt mich die Anlagephilosophie bei Jupiter, die in der Tat einzigartig ist. Außerdem gefällt mir die Freiheit, die das Unternehmen seinen Fondsmanagern einräumt. Wir können unseren eigenen Anlageweg gehen. Hinzu kommt, dass ich auf den bestehenden Fundamenten des Multi-Asset-Geschäfts bei Jupiter aufbauen kann, was mich wirklich reizt. Insgesamt bin ich der Überzeugung, dass wir bei Jupiter ein ideales Umfeld haben, in dem ein dynamisches Portfolio wie unser neuer Flexible Income Fund gedeihen kann.