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Kostensenkungsdruck wirkt deflationär

09.05.2019 11:27 Uhr |

Detaillierte Ertragsanalyse

Die Gewinnmargen können auf der Ebene der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (NIPA) und der Quartalsergebnisse analysiert werden. Diese bilden allerdings nur börsennotierte Unternehmen ab und vermitteln deshalb nur ein verzerrtes Bild des Gesamtmarktes. „Wenn Löhne und Zinskosten schneller steigen als die Inflation, können die Gewinne unter Druck geraten – nämlich dann, wenn der Konsum nicht ausreichend durch höhere Löhne angekurbelt wird“, so Galy. Die NIPA-Unternehmensgewinne seien ausgehend von hohen Niveaus gesunken, was darauf hindeute, dass Unternehmen über gesunde Cashflows verfügen und damit über die Möglichkeit, Kredite für Investitionen aufzunehmen.

Gemäß Factset werde das Gewinnwachstum im ersten Quartal auf insgesamt -0,8 Prozent geschätzt. Die Rückgänge beim Ertrags- und Umsatzwachstum seien dabei vor allem auf die Energie- und die IT-Branche zurückzuführen. In einer Stichprobe von 25 Unternehmen sei als Grund am häufigsten der Faktor Währungen genannt worden, gefolgt von den Arbeitskosten. Höhere Mindestlöhne und ein angespannter Arbeitsmarkt würden ebenfalls häufig als Erklärung angeführt. „Auffällig ist, dass das Stichwort Automatisierung, das zu Investitionen anregen würde, hingegen nicht gefallen ist“, ergänzt Galy. In der Immobilienbranche seien die Gewinnmargen mit Abstand am höchsten – insgesamt seien sie aber sektorübergreifend leicht gesunken, vor allem im IT-Sektor. Der Wettbewerbsdruck dürfte sich in den Bereichen Basiskonsumgüter, Grundnahrungsmittel und Energie noch verstärken.

Konsumgüterkonzerne wie Amazon verdrängen aus Sicht Galys zunehmend ihre Wettbewerber im stationären Handel. So erweitert Amazon mit der Übernahme der Biomarktkette Whole Foods aktuell seine Produktpalette um High-End-Lebensmittel. Um Kosten zu sparen, sei McDonald’s zum Teil auf Warentermingeschäfte angewiesen, die mit einem Währungsrisiko verbunden sind. Das Unternehmen konzentriere sich derzeit höchstwahrscheinlich auf die Steigerung des Absatzes seiner margenstärksten Produkte, z.B. hinsichtlich der Preissteigerungen bei Schweinefleisch in China. Huhn oder Rindfleisch könnten eine Alternative im Niedrigmargengeschäft sein. Ein gutes Beispiel für ein Unternehmen, das in einem reifen Sektor eine höhere Gewinnmarge habe erzielen können, sei Nike. Da das Unternehmen Währungsschwankungen ausgesetzt sei, könne es sich auf der Grundlage von ziemlich vernünftigen Annahmen absichern; insgesamt 23 Prozent dieser Branche werden dem High-Yield-Segment zugeordnet, verglichen mit sechs Prozent bei Basiskonsumgütern.