Sie besuchen Multiasset.com mit einem veralteten Internet Explorer. Darstellung und Nutzungserlebnis sind deshalb nicht optimal.
Aktuelle Version kostenlos herunterladen »
DNB-Konzernchef Rune Bjerke bei der Präsentation von Quartalszahlen: Norwegens größter Vermögensverwalter will seine Leistungen für 480.000 Fondskunden und 107 institutionelle Investoren verbessern | © DNB

Norwegens größte Bank baut um Rauer Wind trotz warmen Regens

DNB, Norwegens größte Bank, richtet ihr Asset Management neu aus: In nationalen Rankings ist die Vermögensverwaltungssparte auf den niedrigsten Platz seit 2013 abgerutscht. Derweil erweitern andere Marktteilnehmer in Skandinavien ihr Produktangebot, unter anderem im Multi-Asset-Bereich.

04.07.2017 - 12:17 Uhr | Von:  in Fonds

DNB Asset Management stellt mehr Aktienanalysten ein, um norwegische Unternehmen und den Sektor Gesundheitswesen abzudecken. Zudem wird die Berichterstattung an die wichtigsten Kunden gestärkt. Außerdem wird der Personalbestand im Vertrieb ausgebaut, berichtet Bloomberg. Mit dieser ganzen Reihe von Verbesserungen soll ein Absinken in der Gunst institutioneller Kunden gestoppt werden, erwartet Torkild Varran, Chef von DNB Asset Management. 

„Wir sind auf Platz fünf abgerutscht und wir sind nicht zufrieden. Aber wir haben Schritte eingeleitet, um wieder zurück auf die Spur zu kommen“, erklärt er in einem Interview mit Bloomberg. „Wir bauen ein gutes Team im Bereich Gesundheitswesen auf. Wir haben Leute eingestellt, um mehr Quant-Faktor Asset Management zu machen. Und wir haben das Team, das sich um norwegische Aktien kümmert, mit Neueinstellungen verstärkt.“

Die Anlagegelder institutioneller Kunden machen bis zu 70 Prozent des von DNB betreuten Anlagevolumens aus, weiß Bloomberg. Die Bank mit Sitz in Oslo war zum letzten Mal 2013 zum besten Anbieter von externer Vermögensverwaltung in Norwegen gewählt worden. Seither ist es für die Vermögensverwaltung der Bank fast in jedem Jahr im Ranking immer weiter nach unten gegangen. 

Folglich sind auch die Einnahmen aus dem Asset Management gesunken: Die Kommissionen und Gebühren, die DNB einnimmt, waren im ersten Quartal 2017 um fast 9 Prozent auf 307 Millionen Kronen (31,7 Millionen Euro) geschrumpft. Das Volumen der Anlagegelder von großen Unternehmen und institutionellen Kunden ging um 7,8 Prozent auf 189 Milliarden Kronen (19,5 Milliarden Euro) zurück, rechnet Bloomberg vor. 

In der jüngsten Umfrage der Marktforscher von TNS Sifo Prospera ist DNB unter den nordischen Vermögensverwaltern hinter Nordea Bank AB, Alfred Berg Kapitalforvaltning AS, Storebrand ASA und Danske Bank A/S gerutscht. In der Erhebung wurden verschiedene Kategorien bewertet: Die Wirksamkeit des Marketings der Asset Manager, die Leistung des Vertriebs, die Gebührenstruktur sowie die Berichterstattung zur Entwicklung von Investments.

Nordea setzt auf Mischfonds

Nordea, Nummer eins unter den Vermögensverwaltern in Norwegen, entwickelt sich im Vergleich deutlich besser. Aber auch hier musste zwischenzeitlich gegengesteuert werden. So hat Asbjørn Trolle Hansen, Leiter des Asset Allocation Teams bei Nordea, beim Fondsdauerbrenner Nordea 1 - Stable Return (ISIN: LU0227384020) verschiedene Anpassungen im Portfolio vorgenommen. Hatte sich der auf Werterhalt ausgerichtete Fonds von März 2009 bis März 2015 in 21 von 24 Quartalen positiv entwickelt, schwächelte er ab dem Frühjahr bis zum Dezember 2016, bevor er sich wieder zu erholen begann.