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Minenarbeiter in der Kleinstadt Petrila, Rumänien: Immer mehr Rohstoffimporte stammen aus riskanten Staaten | © Getty Images

Riskante Rohstoffquellen Deutsche Industrie auf wackeligem Fundament

Deutsche Unternehmen importieren immer mehr Rohstoffe aus Risikoländern wie China, Russland und Argentinien. Wenn Geschäftsprozesse schlecht reguliert sind oder Minen verstaatlicht werden, versiegen die Quellen schnell.

30.08.2017 - 14:55 Uhr | Von:  in Märkte

Brennende Autos, verwüstete Stadtteile, Straßenschlachten des „Schwarzen Blocks“ mit der Polizei: Vom G-20-Gipfel in Hamburg im vergangenen Juli ist den Deutschen vor allem das Ausmaß der Gewalt in Erinnerung geblieben. Die politischen Inhalte rückten in den Hintergrund – obwohl sie für die aktuellen Debatten in Gesellschaft und Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Das Motto des G-20-Gipfels lautete „Eine vernetzte Welt gestalten“. Eine zentrale Frage war, wie nachhaltige Entwicklung global gelingen kann.

Die zunehmende Vernetzung der globalisierten Welt bürdet gerade der exportstarken deutschen Industrie eine große Verantwortung auf. Unter anderem bei den Arbeitsbedingungen müssen die Hersteller mittlerweile Nachhaltigkeitsstandards erfüllen.

Das Thema spielt aber auch auf der Importseite eine große Rolle. Da es hierzulande für die industrielle Fertigung und die Energieversorgung kaum Rohstoffquellen gibt, muss die Bundesrepublik die meisten Metalle einführen.

Zahl der Rohstoffimporte in Deutschland steigt

Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) importierte Deutschland im Jahr 2011 – das ist für diese Analyse das aktuellste Jahr – Rohstoffe im Wert von mehr als 76 Milliarden US-Dollar (63 Milliarden Euro). Mitte der 1990er Jahre waren es noch weniger als 16 Milliarden US-Dollar (13 Milliarden Euro).

Für sich genommen ist diese Entwicklung unproblematisch. Grund zur Sorge bereitet jedoch die Tatsache, dass immer mehr Rohstoffimporte aus riskanten Staaten stammen. Die nachfolgende Grafik zeigt die wichtigsten direkten Rohstofflieferanten Deutschlands nach Risikogruppen: